# taz.de -- das medienhaus an der friedrichstraße: Dekor eines Hauses – Zeichen der Zeitung
       
       > Einst prangte am Rudi-Dutschke-Haus der taz die Gemächt-Kunst von Peter
       > Lenk. Am taz-Neubau gibt es nun wieder Kunst. Zu Axel Maliks
       > irritierenden Zeichen an unserer Friedrichstraße 21
       
 (IMG) Bild: Fotografiert vom gegenüberliegenden Dach des frizzforums
       
       Von Jan Feddersen
       
       Das Thema „Die taz und die Kunst am Bau“ ist ein zwiespältig zu
       verstehendes. In unserer Zeitung sind seit ihrer Gründung etliche Texte
       hierzu erschienen, immer in einem gewissen Ton der Wohlgefälligkeit
       verfasst. Aber in eigener Sache? Im Herbst 2009 war an einem kalten
       Novemberwochenende, quasi über Nacht, eine Installation [1][an die
       ungeschmückte Seite des Rudi-Dutschke-Hauses] angebracht worden.
       
       Der Künstler war Peter Lenk, und das Werk zeigte das Gemächt des
       Bild-Zeitungsmannes Kai Dieckmann – aus Gründen der satirischen Markierung.
       Inzwischen haben sich die Gemüter, so weit zu überblicken, beruhigt, aber
       damals verbrachte die taz-Belegschaft etliche Stunden mit der Empörung
       beziehungsweise teils dem stillen Einverständnis über diese Kunstaktion.
       
       Heutzutage, da die taz nicht mal im Traum darüber nachdenkt, mithilfe ihrer
       LeserInnenschaft eine Kampagne zur Rettung dieser Zeitung ins Werk zu
       setzen, weil die betriebswirtschaftlichen Kennziffern uns als ein
       ausgesprochen solide arbeitendes Unternehmen ausweisen, darf gesagt werden:
       Das Peter-Lenk-Gemächt-Ding rief zwar taz-intern starke Resonanz hervor
       („Patriachale Ermächtigung“, „Wer will schon unter so einem D*del zu Mittag
       essen?“, „Ist das jetzt die Bildzeiterisierung der taz?“ usw. usf.), aber
       es ging auch eine ökonomische Chance verloren.
       
       Denn die Installation war gerade bei TouristInnen beliebt, in Sonderheit
       asiatisch zu lesenden, die kichernd am Zaun vor dem Garten stehen blieben –
       und knipsten. Für jedes Fotos, was zwischen 2009 und dem Auszug aus dem
       Haus 2018 aufgenommen wurde, hätte unser Haus einen hohen Betrag an
       Sondervergütungen zahlen können. Nie war die taz unter Berlin-TouristInnen
       beliebter – mit viel Gelächter seitens der Fotografierenden.
       
       Tempi passati, das Ding hat schließlich Moos und Metropolstaubschlieren
       angesetzt, unbeachtet bleibend inzwischen, weil die Mieter des Doppelhauses
       inzwischen andere sind.
       
       ## Maliks Inskripturen
       
       Dafür sieht man am neuen Haus die Inskripturen des Zeichenkünstlers Axel
       Malik. Er ist ein Baden-Württemberger von imposanter Größe und starkem
       Gestaltungswillen. Seine Zeichen sind dem traditionellen, von der Band der
       Talking Heads in den frühen Achtzigern zelebrierten Motto „Stop Making
       Sense“ (ältere SemesterInnen erinnern sich bestimmt gern) gewidmet. Maliks
       Zeichen sind allesamt jeweils einzig, kein Bild ist identisch mit einem
       anderen, allenfalls ähnlich.
       
       Sie schmücken aktuell noch an markanten Stellen unser neues Haus – und sie
       hängen dort nicht zufällig: Sie gehorchen nicht, wie in einem
       Medienbetrieb so notwendig wie üblich, der These, dass die Welt keinen
       Sinn macht. Doch, Medien, gleiche welche, müssen Sinn hervorrecherchieren,
       sie müssen aufklären, etwa bei uns durch Texte (und Bilder zu ihnen), über
       das, was die Welt an Erläuterung braucht. Maliks Kunst folgt, so muss man
       den Künstler, den wir zum taz lab 2026 in diesem Jahr einluden, verstehen,
       keinen Regeln des Sinnvollismus oder des Originellismus – sie sind keine
       Mosaiksteinchen, die sich in das Gewöhnliche der taz einfügen: Sie sollen
       irritieren.
       
       Inzwischen sind einige der rötlich gehaltenen Zeichen, gelockert durch
       Winde, mit Kabelbinder wieder akkurat vertäut worden. Weil eine Filmcrew
       aber im August Dreharbeiten an der taz machen wird, werden ein paar Zeichen
       weichen müssen.
       
       Es ist uns leider nicht gelungen, für die taz-lab-Mediathek einen
       ordentlichen Mitschnitt des Gesprächs Maliks mit dem berühmten
       Literaturwissenschafter Joseph Vogl parat zu halten, aber die Introduction,
       die der Inskripturalist unserer taz-Kulturkollegin Sophie Jung gab, die ist
       in der Mediathek nachzuhören. Zugang erhalten Sie mit dem von Ihnen bereits
       erworbenem Ticket oder indem Sie hier noch eines bestellen:
       [2][tazlab.de/tickets]
       
       15 Aug 2026
       
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