# taz.de -- taz🐾lage: Nicht alt aussehen lassen
       
       In Redaktionskonferenzen der taz wird täglich munter kritisiert, so soll es
       sein, ohne Kritik keine Weiterentwicklung. Dabei wird auch vor dem Alter
       nicht Halt gemacht: Seit drei Wochen hat der taz-Podcast „Bundestalk“ nicht
       nur einen neuen Jingle, sondern auch ein neues Cover. Darauf zu sehen sind
       in Vogelperspektive die vier Moderator:innen Stefan Reinecke, Bernd
       Pickert, Sabine am Orde und Martina Mescher – die ersten drei über 60.
       Trotzdem mit vollem Haar gesegnet ist das Foto ein echter Hingucker und
       kommt bei den Hörer:innen gut an.
       
       Zumindest bei den Meisten. Bei der wöchentlichen Podcast-Kritik hieß es
       nun, dass ein Foto mit alten Menschen junge Hörer:innen nicht ansprechen
       würde. Das sorgte für Diskussionen. Was tun? Alle rausschmeißen und mit
       jungen Moderator:innen ersetzen? Ageism für mehr Reichweite? Ist nicht
       ein ehrliches Abbild besser als die bearbeiteten uralten Fotos der
       Moderator:innen und ihrer Gäste, wie wir sie zuvor hatten? Wollen wir
       wirklich dem Jugendwahn folgen? Reicht es nicht, dass wir andere Podcasts
       mit jüngeren Moderator:innen haben, namentlich die „Fernverbindung“
       und „Reingehen“? Und sollte es nicht eigentlich um Inhalte statt ums Alter
       gehen?
       
       Aber vor allem: Stimmt das überhaupt? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Junge
       Menschen hören nicht nur anderen jungen Menschen zu. Der Anteil von
       „Bundestalk“-Hörer:innen unter 34 Jahren liegt bei rund 40 Prozent. Nimmt
       man noch die Menschen bis 45 dazu – was für manche auch noch als jung gilt
       –, sind es sogar 65 Prozent. Ist das Problem vielleicht weniger, dass Junge
       Älteren nicht zuhören, sondern umgekehrt? (mfr)
       
       30 Jul 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marie Frank
       
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