# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn der Feuersalamander nicht umsonst warnt
Er läuft rum wie ein Alarmschild. Schwarzglänzend, leuchtend gelbe Flecken
– die Haut des Feuersalamanders ist Warnung, nicht Tarnung. Und
tatsächlich: das Sekret des kleinen Lurchs brennt auf der Haut, kann sogar
zu Atembeschwerden und Kotzerei führen.
In den Chiemgauer Bergen kann der Mensch ein halbes Leben lang unterwegs
sein, ohne Salamandra salamandra zu begegnen. Umso größer die Freude, als
so ein nuklearfarbenes Viecherl den Weg kreuzt. Es gehört immerhin zu den
„Big Five“ der Alpen, neben Steinbock, Gams, Steinadler und Murmeltier.
Ein paar Hundert Meter weiter kriecht noch ein Bergnarr, beziehungsweise
Tattermandl, wie man die Lurche hier nennt. Und, obacht, da rechts am Weg
noch einer. Wo der Feuersalamander verschwindet, ist das oft ein Hinweis
darauf, dass das Ökosystem leidet. Hier an der Hochplatte aber scheint ja
alles in bester Ordnung zu sein – bis ein Schild kommt: „Achtung!“, steht
da, „bitte helfen Sie mit, die Population in diesem Gebiet zu erhalten“.
Der tödliche Bsal-Pilz bedrohe die Salamander. Schuhe mit Alkohol reinigen,
Abstand halten von Quellen und Bächen und vor allem nicht anfassen! Aber
vor Letzterem warnt Lurchi ja schon selbst. Stefan Hunglinger
8 Aug 2026
## AUTOREN
(DIR) Stefan Hunglinger
## ARTIKEL ZUM THEMA