# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn es den direkten Weg nach oben geht
       
       Sagt ja niemand, dass Serpentinen elegant sind. Aber nützlich sind sie,
       wenn es so richtig steil wird im Gelände, wenn unten der See immer kleiner
       wird, wenn der Schatten des Waldes nachlässt, weil die Bäume weniger werden
       und die Mittagshitze herankriecht.
       
       Klar, Serpentinen verlängern die Strecke erheblich, aber sie sind eine
       Wohltat für alle, die jetzt schon, nach nur einer Stunde, so langsam außer
       Atem geraten, deren Beine zu glühen beginnen, von den Schuhen, die nicht
       optimal auf den felsigen, von Gesteinsbrocken übersäten Weg abgestimmt
       sind, gar nicht zu reden. Ach.
       
       Man könnte eine Pause machen. Ein Schluck aus der Flasche. Noch einer. Der
       See liegt da so schön, und der Ausblick oben soll herrllich sein. Das
       Karwendelgebirge! Die Zugspitze! Oben gibt es auch eine Hütte, mit
       Terrasse.
       
       Also weiter den Berg hoch, immer in Serpentinen.
       
       Unten kommt noch jemand, mit Hut, mit Stock. Bei der nächsten Serpentine
       ist er schon näher, elastisch federt er nach oben. „Griaß euch!“ Es ist ein
       älterer Herr, gut über 70. Er hat die Abkürzung genommen, gerade hoch.
       Serpentinen? Nicht mit ihm. Daniel Wiese
       
       8 Aug 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Wiese
       
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