# taz.de -- tazđŸlage: Wer will schon gern derjenige sein, der die Diskursfabrik anhĂ€lt?
Zum jetzigen Zeitpunkt sind es neun. Ich habe nochmal fĂŒr Sie nachgezĂ€hlt,
liebe Leser*innen. Neun Texte widmen sich zum Zeitpunkt, wÀhrend diese taz
lage geschrieben wird, der Causa Danger Dan und Igor Levit. Sie wissen
nicht, wovon ich schreibe? Nun, in Ihrem E-Paper und auf taz.de finden Sie
einen ĂŒppigen BlumenstrauĂ an Meldungen, Berichten und EinschĂ€tzungen zu
einem kleinen Medienspektakel zwischen zwei Musikern und dem
öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Zwei Meinungen, das ist ja unter Linken normal, geradezu Pflicht. Drei,
vier â das geht schon ein bisschen in Richtung Plenum. Ab fĂŒnf wird es,
zumindest meiner Meinung nach, langsam tazzig, wie wir hier zu sagen
pflegen. Kann man zu einem Ereignis mit begrenzter Tragweite tatsÀchlich so
viele Positionen entwickeln? Die taz zeigt: Man kann.
Beim neunten Text schien der taz-interne Meinungspluralismus dann aber doch
an seine Grenzen gestoĂen zu sein. Berechtigterweise merkte ein Kollege aus
der Kultur an, dass wir uns doch besser koordinieren mögen, bevor wir uns â
noch so ein Journalist*innenwort â gegenseitig âkannibalisierenâ.
Recht hat er. Irgendwann ist jeder âDrehâ auch mal ausgedreht, irgendwann
fangen die Haltungen an, sich zu doppeln oder auch zu widersprechen. Aber
wer will derjenige sein, der die Diskursfabrik anhÀlt? Der gestandenen
Journalist*innen voller Tatendrang und MitteilungsbedĂŒrfnis erklĂ€ren
will, dass acht Meinungen okay waren, aber die neunte nun wirklich zu viel
sei?
Da kann man noch so viel mit der âNeunâ argumentieren. Alles, was man davon
ĂŒblicherweise hat, ist eine âZehnâ. (knw)
24 Jul 2026
## AUTOREN
(DIR) Konstantin Nowotny
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