# taz.de -- was für eine woche: „Was, wenn die Krise gar keine konjunkturelle, sondern nur eine Sinnkrise ist?“
       
       Beate Willms 
       
       Die Erzählung hat sich durchgesetzt: Die Wirtschaft in Deutschland steckt
       in der Krise – womit meist zu wenig Nachfrage, zu wenig Absatz, zu wenig
       Gewinn gemeint ist. Oft schon aufgehängt an Augenblicksaufnahmen von
       Quartals- oder Halbjahresergebnissen. Gerade wieder bei Porsche und BMW.
       Beide wollen Tausende Stellen abbauen, was eine Menge Geld kosten wird.
       Aber wofür, wenn die Krise gar keine konjunkturelle, sondern eine
       Struktur-, vielleicht auch eine Sinnkrise ist? Weil die Gewinne nicht mehr
       ganz so hoch sind wie vor Jahren, aber immer noch in die Milliarden gehen,
       wäre genug Geld da, sinnvoll zu investieren: in den Umbau der
       Wertschöpfung. Freiwerdende Kapazitäten können in neue Konzepte fließen –
       und dazu braucht es keine Konversion zu Rüstungsbetrieben. Mit Bahntechnik,
       Ladeinfrastruktur, Batterierecycling, ÖPNV-Fahrzeugbau oder
       Wärmepumpentechnik wäre allen mehr geholfen. Beschäftigung und
       Ingenieurs-Know-how blieben erhalten. Zwei Punkte sind dafür zentral: Das
       Geld darf nicht über Dividenden abgezogen werden und die Chefetagen müssen
       die Stakeholder einbeziehen. Wer oder was spricht dagegen?
       
       1 Aug 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Beate Willms
       
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