# taz.de -- taz🐾lage: Jetzt raus aufs Land zu Jutta!
       
       Wer hat ein Zelt übrig, wer braucht noch eins, wer hat einen Führerschein
       und kann Fahrdienst machen? Und gibt es möglicherweise doch Menschen, die
       gerne abwaschen? Jedes Jahr im Juli geht ein Infobeben durch die taz in
       Berlin, denn dann steht für nicht wenige Kolleg:innen eine Landpartie
       der besonderen Art an. Es geht auf den Gutshof nach Neuendorf im Sande nahe
       Fürstenwalde in Brandenburg. Dort findet heuer vom 17. bis 19. Juli erneut
       „Juttas Festival“ statt, das vom Verein Geschichte hat Zukunft veranstaltet
       wird. In ihm sind die taz-Auslandsredakteur:innen Tanja Tricarico und Bernd
       Pickert unermüdlich mit anderen engagiert, nahbar und zugänglich die
       Erinnerung zu fördern an das einstige Landwerk Neuendorf im Sande. Das war
       von 1932 bis 1941 jüdische Ausbildungsstätte zur Auswanderungsvorbereitung,
       Hachschara-Lager genannt. Die Nationalsozialisten funktionierten das
       Gelände brutal zum Sammel- und Zwangsarbeitslager um. Nur in Neuendorf ist
       hierzulande die Hachschara-Geschichte öffentlich sichtbar und berührend
       dokumentiert.
       
       Warum aber heißt es „Juttas Festival“? Die Veranstaltung, mit viel Musik,
       Workshops, Lesungen und guten Gesprächen, ist Jutta Baumwol gewidmet, die
       1941 als junges Mädchen zur Zwangsarbeit nach Neuendorf kam. Im April 1943
       wurde sie zusammen mit den anderen verbliebenen „Neuendorfer“ Juden und
       Jüdinnen nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das Festival ist
       Juttas Mut und ihrer Geschichte gewidmet. Es steht für Verständigung, gegen
       Antisemitismus, Rassismus und jede Art von Hass und Ausgrenzung. Mehr:
       geschichte-hat-zukunft.org/juttas-festival-2026. Kommt alle! (hwo)
       
       16 Jul 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Harriet Wolff
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA