# taz.de -- herzensort: Bei Anruf Zuckerschock
Eigentlich will ich ja weniger am Handy sein. Nur geht das gerade leider
wirklich nicht. Denn bei meiner Freundin ist vor drei Wochen das passiert,
was viele als die größte Veränderung im Leben bezeichnen: Sie ist zum
ersten Mal Mutter geworden.
Dass dieses Ereignis für mich ähnlich aufregend war wie für sie, konnte sie
unschwer an meinen mit überproportional vielen Herzaugen- und
Küken-schlüpft-aus-dem-Ei-Emojis versehenen Nachrichten erkennen. Sie tut
deshalb, was sie tun muss, und stellt mich regelmäßig im Videotelefonat zu
dem kleinen, vor sich hin blubbernden Wesen durch.
Zugegeben, unsere Gespräche sind bisher noch sehr einseitig. Wenn ich
frage: „Bist du immer noch müde?“, dann zwinkert sie mir zu und schließt
dann ihre großen Augen. Und wenn ich ihr ein Kompliment für ihre tolle
Haarpracht mache, dann nuckelt sie munter weiter an der Brust ihrer Mama.
In zwei Wochen gehe ich die Kleine besuchen, mal gucken, ob sie mich
erkennt. Die Kamera meines iPhones ist ja nicht mehr die beste – aber für
süße Videoanrufe reicht sie. Ein Glück.
Katharina Federl
25 Jul 2026
## AUTOREN
(DIR) Katharina Federl
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