# taz.de -- Aktionstage gegen Rüstungsfirma: „Wir blockieren alles!“
       
       > Eine ehemalige Fabrik für Autozubehör in Berlin-Wedding wird in eine
       > Rüstungsschmiede umgewandelt. Antimilitarist*innen machten am
       > Wochenende mobil.
       
 (IMG) Bild: Etwa 3.000 Menschen demonstrierten am Samstag gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall in Berlin-Wedding
       
       „Blocchiamo tutto“ (Wir blockieren alles!), skandierten die Menschen am
       Freitagabend in einem Zelt am Humboldthain in Berlin-Wedding. Vorher hatte
       dort das Theater X aus Moabit das Theaterstück „Hoppla wir sterben –
       Rheinmetall eine Deutsche Geschichte“ aufgeführt. In der letzten Szene wird
       die Parole gerufen, die vom Publikum sofort aufgenommen wird. Schließlich
       stand der Rüstungskonzern das ganze Wochenende über im Fokus der rund 300
       Antimilitarist*innen, die sich vom 10. bis 12. Juli zu Aktionstagen gegen
       Rheinmetall im Wedding auf der zentralen Wiese im Humboldthain versammelt
       haben.
       
       Knapp 800 Meter entfernt wird gerade eine ehemalige Fabrik für Autozubehör
       in eine Rüstungsschmiede umgewandelt. Aus Pierburg wird Rheinmetall. Schon
       in den nächsten Wochen sollen dort Patronenhülsen produziert werden, die in
       den verschiedenen Konflikten der Welt zum Einsatz kommen könnten,
       befürchten die Antimilitarist*innen vom [1][Berliner Bündnis gegen
       Waffenproduktion], das die Aktionstage organisierte.
       
       Trotz mehrerer Versuche, etwa durch das Verteilen von Flugblättern, mit den
       Beschäftigten der Fabrik in Kontakt zu kommen, war niemand von der
       Belegschaft auf dem Camp. Allerdings diskutierten dort Beschäftigte aus der
       Gesundheitsbranche und der Logistik über die Folgen der zunehmenden
       Militarisierung in ihren Branchen.
       
       Peter Vlatten vom Forum gewerkschaftlicher Linker berichtete von einer
       Erklärung von IG-Metall-Vertrauensleuten bei Mercedes-Benz in
       Stuttgart-Untertürkheim, in der sie sich gegen Aufrüstung und Sozialabbau
       wandten.
       
       ## „Gemeinsam Kriege stoppen“
       
       Dieser Zusammenhang wurde auf den Aktionstagen auch auf zahlreichen
       Kundgebungen hergestellt. Unter dem Motto „Kein Mensch, kein Cent für die
       Bundeswehr“ protestierten am Freitagmittag rund 40 Personen vor dem
       Jobcenter Mitte. Fast zeitgleich wandten sich etwa 80
       Antimilitarist*innen vor den DRK-Kliniken gegen die Zurichtung des
       Gesundheitssystems für das Militär.
       
       Das Areal vor der Rüstungsfirma war während der Aktionstage von der Polizei
       weiträumig abgesperrt. Auch die Demonstration, die als Höhepunkt der
       Aktionstage am Samstagmittag unter dem Motto „Gemeinsam Kriege stoppen“ am
       Gesundbrunnen startete, konnte ihre geplante Route am Rheinmetall-Werk
       nicht durchsetzen. Nach Polizeiangaben beteiligten sich daran 1.800, nach
       Veranstalter*innenangaben knapp 3.000 Menschen, darunter auch die
       Klimaaktivistin Greta Thunberg.
       
       Die Routenänderung war mit längeren Verzögerungen durch die Polizei
       verbunden. Um im Zeitplan zu bleiben, entschied die Demoleitung, die Route
       zu kürzen.
       
       Schließlich stand im Anschluss am Samstagabend noch eine Podiumsdiskussion
       über antipatriarchale Kämpfe gegen die globale Kriegslogik mit
       Referentinnen aus Kurdistan, Palästina und den Philippinen auf dem
       Programm. Es wurden bereits Einschätzungen der Aktionstage debattiert.
       Viele waren sich einig, dass es sich um die bisher größten Proteste gegen
       Rheinmetall im Wedding handelte.
       
       Erste Zukunftspläne gab es auch schon. „Die Munition, die dort produziert
       wird, muss mit Lkw wegtransportiert werden. ‚Blocchiamo tutto‘ wäre dann
       das Ziel“, sagte eine Teilnehmerin.
       
       12 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://keinewaffenproduktionberlin.noblogs.org/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Peter Nowak
       
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