# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Erste iranische Schiffe fahren wieder
       
       > Trump kündigt ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen an. Kurz
       > darauf durchfahren laut Teheran die ersten Schiffe das Blockadegebiet –
       > ohne Zwischenfälle.
       
 (IMG) Bild: Schiffe in der Straße von Hormus, gesehen von Musandam (Oman) aus, 16. Juni 2026
       
       ## Trump verortet Katar geografisch erneut falsch
       
       US-Präsident Donald Trump hat den Staat Katar am Persischen Golf erneut
       fälschlicherweise als ein Nachbarland des Irans mit gemeinsamer Grenze
       bezeichnet. „Sie können direkt über die Grenze gehen, also sind Sie in
       einer viel gefährlicheren Position“, sagte Trump zu Katars Emir Tamim bin
       Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. Von Katar
       aus könnte er in den Iran „buchstäblich laufen“, sagte Trump. Von „jedem
       anderen Ort“ müsse man in den Iran fliegen, nur von Katar aus sei der
       Fußweg möglich. Katar ist eine Halbinsel am Persischen Golf, die nur an
       Saudi-Arabien grenzt. Der Rest des kleinen Landes ist von Wasser umgeben.
       Die Luftlinie zum Iran beträgt an der schmalsten Stelle, getrennt vom
       Persischen Golf, etwa 200 Kilometer. Der Iran grenzt unter anderem an den
       Irak, die Türkei, Afghanistan und Pakistan.
       
       Trump hatte sich ähnlich schon im vergangenen Oktober geäußert. Man könnte
       vom Iran „in einer Sekunde“ nach Katar laufen, sagte er seinerzeit. Katar
       sei deshalb ein „hartes Gebiet“ – ganz anders als andere Golfstaaten, von
       denen aus man eine Stunde oder länger in den Iran fliegen müsse. Trump
       hatte schon vor und während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident mit
       Fehlern und Ausrutschern zur Geografie für Gesprächsstoff gesorgt. Belgien
       bezeichnete er einmal als Stadt, Albanien verwechselte er mit Armenien und
       das afrikanische Namibia nannte er „Nambia“. (dpa)
       
       ## Trump: Israel muss mehr Verantwortung zeigen beim Libanon
       
       Israel muss beim Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon nach Worten von
       US-Präsident Donald Trump verantwortungsvoller handeln. Israels
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu „muss mehr Verantwortung zeigen mit
       Blick auf den Libanon“, sagte Trump heute bei einem Treffen mit Katars Emir
       Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian.
       „Ich bin nicht glücklich damit, wie Israel sich mit dem Libanon und der
       Hisbollah verhalten hat“, sagte Trump. Israel kämpfe schon „zu lang“ gegen
       die Hisbollah und „zu viele Menschen werden getötet“, sagte Trump zu dem
       Krieg, bei dem im Libanon etwa 3.800 Menschen getötet und etwa 11.700
       weitere verletzt wurden. „Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum
       Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. Denn in diesen Wohnhäusern
       sind viele Menschen, und die sind nicht alle Hisbollah“, sagte Trump mit
       Blick auf Israels Angriffe. Zugleich bezeichnete Trump den Konflikt im
       Libanon als einen „kleinen Krieg“ im Vergleich zum „großen“ Krieg mit dem
       Iran. „Aber wir haben diese kleine Nervensäge da draußen, die ständig ihre
       Fratze zeigt, und es ist die Hisbollah“, sagte Trump. (dpa)
       
       ## Wieder zwei Hinrichtungen nach Protesten im Iran
       
       Im Iran sind am Morgen wieder zwei Männer im Zusammenhang mit den Protesten
       im Januar hingerichtet worden. Ihnen wurde zur Last gelegt, an bewaffneten
       Aufständen in der Stadt Schahrud im Nordosten des Landes beteiligt gewesen
       zu sein, berichtete das mit der Justiz verbundene Portal „Misan“. Die
       Demonstrationen waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land
       ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die
       autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende
       Demonstranten wurden dabei getötet. (dpa)
       
       ## Iran: Verhandlungen über Friedensabkommen mit den USA beginnen
       vermutlich Freitag
       
       Die Verhandlungen über ein umfassendes Friedensabkommen zwischen den USA
       und dem Iran sollen nach Angaben aus Teheran voraussichtlich am Freitag
       beginnen. „Wahrscheinlich am Freitag, an einem noch zu bestimmenden Ort,
       wird eine neue Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den Vereinigten
       Staaten beginnen, um eine endgültige Vereinbarung zu erreichen“, sagte der
       iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Dienstag bei einer
       Pressekonferenz in Teheran. (afp)
       
       ## Trump: Iran-Abkommen geht in zweite Phase
       
       Das Abkommen mit dem Iran geht nach den Worten von US-Präsident Donald
       Trump in eine zweite Phase. Die USA würden jedoch kein Geld im Iran
       investieren, sagt Trump am Rande des G7-Gipfels in Frankreich vor
       Journalisten. „Wir haben unsere Vereinbarung mit dem Iran getroffen, und
       sie sollte erfolgreich sein“, erklärt er. Die zweite Phase werde seiner
       Ansicht nach einfacher ‌werden. Zugleich betont der US-Präsident, der Iran
       werde niemals über eine Atombombe verfügen. (rtr)
       
       ## „Ohne mich gäbe es kein Israel“
       
       Das Verhältnis mit Netanjahu bezeichnete Trump als „unglaublich“ und „sehr
       effektiv“. Israel wäre ohne ihn schon vor langer Zeit „in die Luft gejagt“
       worden, sagte Trump mit Blick auf den langen Konflikt Israels mit dem
       Erzfeind Iran. „Ohne die Vereinigten Staaten gäbe es kein Israel. Ohne mich
       gäbe es kein Israel“, sagte Trump.
       
       Trump brachte erneut eine mögliche Beteiligung Syriens am Krieg im
       Nachbarland Libanon ins Spiel – eine Idee, von der Syriens
       Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa sich bereits distanziert hat. „Wenn
       Israel die Sache nicht erledigen kann, ohne alle anderen zu töten“, werde
       al-Scharaa es tun, sagte Trump.
       
       ## Teheran: Mehrere iranische Schiffe passieren US-Blockade
       
       Nach der [1][Einigung zwischen den USA und Iran] haben die ersten
       iranischen Schiffe nach Angaben staatlicher Medien das von der
       US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert. Mindestens
       drei Öltanker und zwei Frachtschiffe hätten die Zone am Montagabend ohne
       Zwischenfälle passiert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press
       TV unter Berufung auf gut informierte Kreise. Nach wochenlangen
       Verhandlungen hatten sich die USA und Iran in der Nacht auf Montag auf ein
       Rahmenabkommen hin zu einem Kriegsende verständigt, das am Freitag in der
       Schweiz unterzeichnet werden soll. Eine wesentliche Streitfrage war bis
       zuletzt die Öffnung der Straße von Hormus.
       
       Hier soll Iran eingelenkt und eine Öffnung der Meerenge nach der
       Unterzeichnung versprochen haben. Im Gegenzug dafür ordnete Trump nach
       eigenen Angaben an, die US-Seeblockade iranischer Häfen umgehend
       aufzuheben. Damit wurde eine der Hauptforderungen der Iraner erfüllt. Auch
       der Dienst TankerTrackers, der Schiffsbewegungen beobachtet, berichtete auf
       der Plattform X, ein mit zwei Millionen Barrel iranischem Rohöl beladener
       Supertanker habe die Blockadelinie der US-Marine durchbrochen. Weitere
       Tanker befänden sich nahe der Linie oder nicht mehr in iranischen Häfen.
       (dpa)
       
       ## Ischinger warnt nach Iran-Deal vor Schadenfreude gegen Trump
       
       Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat
       nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran vor Schadenfreude
       gegenüber US-Präsident Donald Trump gewarnt. Auch wenn die USA mit dem
       Krieg „eigentlich erstrebenswerte Ziele“ nicht erreicht hätten, sei „jede
       Schadenfreude abwegig und falsch“ sagte Ischinger im RBB-Inforadio.
       
       „Dem Iran die Möglichkeit zu nehmen, eine militärische Nuklearfähigkeit
       aufzubauen, dieses Ziel teilen wir natürlich mit den USA“, sagte Ischinger.
       „Also bitte nicht ein Tag der Schadenfreude, sondern ein Tag möglicher
       Sorge, dass die USA mit diesem Krieg leider anscheinend weniger erreicht
       haben als wünschenswert gewesen wäre“, so Ischinger weiter. Er sei
       skeptisch, ob das vereinbarte Rahmenabkommen Stabilität und Frieden für die
       Region sowie eine Einhegung Irans bringen werde. (dpa)
       
       ## Ölpreise nach starkem Rückgang nur wenig bewegt
       
       Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel wenig bewegt. Die
       Notierung für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der
       Nordsee zur Lieferung im August wurde am Morgen bei 82,76 Dollar gehandelt
       und damit knapp ein halbes Prozent schwächer als am Vortag. Seit dem
       starken Rückgang am Wochenende und Montagfrüh im Zuge der Einigung zwischen
       den USA und Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges bewegen
       sich die Notierungen um die 83 Dollar.
       
       Fehlende Details sorgen weiterhin für Zurückhaltung am Markt. Mitarbeiter
       bei zuständigen Energiebehörden am Persischen Golf berichteten nach Angaben
       der Nachrichtenagentur Bloomberg von einer Flut von Anfragen, ob Rohöl
       wieder durch die Straße von Hormus transportiert werden könne. Reedereien
       und Händler verwiesen darauf, dass sie mehr Klarheit bräuchten, bevor sie
       Schiffe auf diese Route schicken. „Der früheste Zeitpunkt, zu dem das
       Ölangebot wieder das Vorkriegsniveau erreichen kann, ist Ende Juli“, sagte
       Analyst Pavel Molchanov von Raymond James. Zunächst müssten alle
       logistischen Hindernisse gelöst werden, bevor sich das Angebot
       normalisieren könne. (dpa)
       
       ## Trump kündigt offene und mautfreie Straße von Hormus an
       
       Nach der Einigung zwischen den USA und Iran auf ein Rahmenabkommen für ein
       Kriegsende hat US-Präsident Donald Trump eine offene und mautfreie Straße
       von Hormus in Aussicht gestellt. „Sie wird offen sein und gebührenfrei“,
       sagte Trump am Montag kurz vor Beginn des G7-Gipfels im französischen
       Évian. Das iranische Außenministerium erklärte dagegen, es sollten Gebühren
       für maritime Dienstleistungen erhoben werden. US-Vizepräsident J.D. Vance
       kündigte die Entsendung internationaler Atom-Inspekteure nach Iran an.
       Trump zufolge begannen am Montag Schiffe, „viele voll beladen mit Öl, aus
       der Straße von Hormus zu fahren“. Vance sagte im Interview mit dem
       US-Sender CNBC, die Straße von Hormus werde „langfristig gebührenfrei“
       wieder geöffnet werden. (afp)
       
       ## Wadephul fordert klare Voraussetzungen für Bundeswehr-Einsatz in Straße
       von Hormus
       
       Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat klare Voraussetzungen für
       eine deutsche Beteiligung an einer Militärmission zur Absicherung des
       Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus gefordert. „Wir müssen jetzt erst
       einmal wissen: Ist wirklich klar, es gibt keine Kampfhandlungen?“, sagte
       Wadephul am Montagabend im ZDF-„heute journal“. „Zum jetzigen Zeitpunkt
       fehlen mir noch die Voraussetzungen“, fügte er hinzu. Wadephul betonte
       zugleich, „natürlich muss die Meerenge frei werden“.
       
       Deutschland habe „prinzipiell“ seine Bereitschaft erklärt, sich an der
       Minenräumung zu beteiligen. Derzeit seien jedoch noch zu viele Fragen
       offen. „So weit sind wir noch nicht“, sagte der Bundesaußenminister mit
       Blick auf ein Bundeswehr-Mandat. Frankreich und Großbritannien hatten sich
       im April zu einer militärischen Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße
       von Hormus bereiterklärt. Zahlreiche weitere Länder hatten den Briten und
       Franzosen dabei ihre Unterstützung zugesichert, darunter auch Deutschland.
       (afp)
       
       ## Vance: Trump veröffentlicht Abkommen mit Iran womöglich vor Freitag
       
       US-Präsident Donald Trump veröffentlicht das Abkommen mit Iran nach Angaben
       seines ‌Vizepräsidenten J.D. Vance womöglich noch vor Freitag. Dies sagte
       Vance dem Sender Fox News. Die Vereinbarung sei bereits elektronisch
       unterzeichnet worden. Die persönliche Vertragsunterzeichnung werde für
       Freitag erwartet. (rtr)
       
       ## Vance: Iran wird Atominspektoren wieder ins Land lassen
       
       Iran wird als Teil des Rahmenabkommens mit den USA nach Darstellung von
       US-Vizepräsident J.D. Vance wieder Atominspektoren ins Land lassen. „Ja,
       absolut“, sagte Vance dem US-Fernsehsender NBC News. Einer der Kernpunkte
       der Vereinbarung sei, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und
       die USA Iran bei der Vernichtung seines hochangereicherten Urans
       unterstützen werden. Das sei in der Absichtserklärung „sehr klar
       festgelegt.“
       
       In einem weiteren Interview mit dem US-Sender CNN sagte der
       US-Vizepräsident, das „Coolste an den Fortschritten der vergangenen Wochen“
       sei, dass es innerhalb der politischen und militärischen Führung Irans
       Anzeichen für einen Sinneswandel gebe. Sogar bei Vertretern der mächtigen
       Revolutionsgarden, der Elitestreitmacht Irans, höre man Stimmen, die
       sagten, „wir erkennen, dass die Art, wie wir seit 47 Jahren mit den USA
       umgegangen sind, ein Fehler war. Lasst uns etwas anderes versuchen.“ (dpa)
       
       ## Hamas hofft auf „positive Auswirkungen“ im Gazastreifen
       
       Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat die Einigung
       zwischen den USA und Iran auf ein Rahmenabkommen für eine Friedenslösung
       begrüßt. Die Hamas gratulierte ihrem iranischen Verbündeten in einer
       Erklärung am Montag zu dessen „Standhaftigkeit“ angesichts von „Druck und
       Herausforderungen“. Die Palästinenserorganisation äußerte zudem die
       Hoffnung, dass das Abkommen „positive Auswirkungen“ auf „das sofortige Ende
       der Aggression“ Israels im Gazastreifen, im Libanon und „an allen anderen
       Fronten“ haben werde.
       
       In der Nacht zum Montag hatten die USA und Iran die Einigung auf ein
       Rahmenabkommen bekanntgegeben. Es sieht unter anderem eine sofortige
       Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vor.
       Unterzeichnet werden soll das Papier am Freitag. Nach der Bekanntgabe der
       Einigung erklärte die israelische Regierung, die israelischen Streitkräfte
       würden „so lange wie nötig“ im Gazastreifen, im Libanon und in Syrien
       bleiben.
       
       Die Hamas hatte mit einem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den
       Gazakrieg ausgelöst. Die israelische Armee startete als Reaktion darauf
       massive Attacken auf den Gazastreifen, bei denen laut der von der Hamas
       kontrollierten Behörden mehr als 70.000 Palästinenser getötet wurden. Seit
       Oktober 2025 gilt ein Waffenstillstandsabkommen im Rahmen des
       US-Friedensplans. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen die Vereinbarung
       vor. (afp)
       
       ## Libanons Präsident begrüßt USA-Iran-Abkommen in Telefonat mit Irans
       Außenminister
       
       Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat in einem Telefonat mit dem
       iranischen Außenminister Abbas Araghtschi die Einigung zwischen den USA und
       Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges in der Golfregion
       begrüßt. Aoun habe die Hoffnung geäußert, dass das Abkommen „ein positiver
       Schritt zur Entspannung der Lage und zur Erschließung diplomatischer
       Lösungen“ sei, erklärte das Büro des libanesischen Präsidenten am Montag.
       Araghtschi seinerseits habe „die Bedeutung der Achtung der Souveränität des
       Libanon“ hervorgehoben, hieß es in der Erklärung weiter.
       
       Der Inhalt des US-iranischen Rahmenabkommens wurde nicht veröffentlicht.
       Aus offiziellen Kreisen im Libanon erfuhr die Nachrichtenagentur AFP, dass
       das Land weder über die Bedingungen des Abkommens noch über den Zeitpunkt
       des Inkrafttretens einer Waffenruhe im Krieg zwischen der Hisbollah und
       Israel informiert worden sei. Nach den Angaben Irans und des Vermittlers
       Pakistan sieht das Abkommen jedoch das Ende des Krieges an allen Fronten
       vor, auch im Libanon.
       
       Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, Araghtschi
       habe auch mit dem libanesischen Parlamentspräsidenten Nabih Berri
       gesprochen. Berri ist ein Verbündeter der pro-iranischen Hisbollah-Miliz
       und vermittelt zwischen der Hisbollah und Washington. Irans Außenminister
       habe in den Telefonaten die Gesprächspartner über die Einzelheiten des
       Abkommens mit den USA „insbesondere über die Klausel, die den Libanon
       betrifft“, informiert, berichtete Irna. In einer Mitteilung des
       libanesischen Parlamentspräsidiums hieß es, Araghtschi habe erklärt, dass
       diese Klausel „sofort und während der gesamten vorgesehenen 60-tägigen
       Verhandlungsphase“ eingehalten werden müsse. „Die Gewährleistung der
       Einhaltung dieser Klausel obliegt den Vereinigten Staaten und den
       Garantiemächten des Abkommens“, betonte der iranische Außenminister
       gegenüber Berri laut der Mitteilung.
       
       Die Hisbollah-Miliz teilte unterdessen mit, sie habe trotz des verkündeten
       Abkommens zwischen Iran und den USA am Montag israelische Soldaten
       zurückgeschlagen, die versucht hätten, im Süden des Libanon vorzustoßen.
       (afp)
       
       ## Hisbollah greift israelische Soldaten im Südlibanon an
       
       Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben zahlreiche von der
       Hisbollah-Miliz abgefeuerte Raketen im Südlibanon abgefangen. Berichte
       ‌über Verletzte gibt es den Angaben zufolge nicht. Die Hisbollah habe zudem
       eine Panzerabwehrrakete und mehrere Mörsergranaten auf ‌israelische
       Soldaten in der Region abgefeuert. Die Hisbollah erklärt ihrerseits, sie
       nehme israelische Truppen in der Region mit Raketensalven und Artillerie
       unter Beschuss. Die Kämpfe dauern an. (rtr)
       
       ## Irankrieg: US-Ölreserve auf 40-Jahres-Tief
       
       Im Irankrieg ist die strategische Ölreserve der USA auf den niedrigsten
       Stand in mehr als 40 Jahren gefallen. Stand Juni bevorrateten die
       Vereinigten Staaten noch 340,3 Millionen Barrel Öl, wie das
       Energieministerium in Washington mitteilte – so wenig wie seit Juli 1983
       nicht mehr. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern. Vor dem Hintergrund des
       Ölpreisschocks im Irankrieg hatten die USA, Deutschland und die anderen
       Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) im März die
       bislang größte Freigabe ihrer Notfallreserven beschlossen. US-Präsident
       Donald Trump spielte das Ausmaß jedoch herunter. Der US-Ölvorrat werde „ein
       bisschen reduziert, und dadurch sinken die Preise“, sagte er. Trump steht
       durch den massiven Anstieg der Treibstoffpreise im Irankrieg innenpolitisch
       seit Monaten unter Druck. Vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen im
       November sind seine Zustimmungswerte deutlich gesunken.
       
       Die USA hatten ihre eiserne Reserve nach der Ölkrise der 1970er Jahre
       eingerichtet. Sie ist für 714 Millionen Barrel ausgelegt. Kurz nach Beginn
       der US-israelischen Luftangriffe auf Iran Ende Februar bevorrateten die
       Vereinigten Staaten jedoch nur rund 415 Millionen Barrel Öl. Trump hatte
       seinem Amtsvorgänger Joe Biden von den Demokraten immer wieder vorgeworfen,
       die Reserve aus politischen Gründen angezapft und die USA damit im Fall
       eines Krieges geschwächt zu haben. Nach der russischen Großinvasion in der
       Ukraine im Februar 2022 nutzte Biden rund 40 Prozent der Reserve, um die
       Spritpreise in den USA zu senken. Trump stellte im Wahlkampf gegen Biden in
       Aussicht, die Reserve „unverzüglich“ wieder zu füllen. Dies geschah seit
       seinem Amtsantritt im Januar 2025 allerdings nur teilweise. (afp)
       
       ## Netanjahu: Israel vor Gefahr atomarer Auslöschung gerettet
       
       Die Kriege gegen Iran haben nach Darstellung des israelischen
       Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eine unmittelbar drohende Bewaffnung
       Teherans mit Nuklearwaffen verhindert. „Wir haben den Staat Israel vor der
       Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet“, sagte Netanjahu. Iran sei
       vor dem Krieg im Juni vergangenen Jahres in Richtung einer atomaren
       Aufrüstung „galoppiert“. Ohne die massiven Angriffe gemeinsam mit den USA
       „hätte Iran schon Atombomben“, sagte der israelische Regierungschef.
       Millionen von Israelis hätten sich in einem solchen Fall in tödlicher
       Gefahr befunden. Diese Bedrohung sei „um Jahre“ aufgeschoben worden.
       Teheran hat immer wieder betont, keine Atomwaffen anzustreben, sein
       Nuklearprogramm diene nur zivilen Zwecken.
       
       Netanjahu bekräftigte, er werde eine nukleare Aufrüstung Teherans niemals
       dulden. „Mit Abkommen oder ohne Abkommen – Iran wird keine Atomwaffen
       haben“, sagte er. „Solange ich Israels Ministerpräsident bin, wird dies
       nicht geschehen.“ Der Kampf gegen Iran und seine Verbündeten in der Region
       sei nicht abgeschlossen, erklärte er. Israels Armee werde in
       „Sicherheitszonen“ im Gazastreifen, im Südlibanon und in Syrien bleiben,
       „solange wie nötig“. Zu Berichten über Streit mit US-Präsident Donald Trump
       sagte Netanjahu, dass beide nicht immer einer Meinung seien. „Ich bin für
       Israels sicherheitspolitische Interessen verantwortlich“, sagte er. In
       Israel wurde [2][die Einigung vor allem von der Opposition als Misserfolg
       und Kapitulation gegenüber Iran kritisiert]. (dpa)
       
       ## Netanjahu: Israel bleibt vorerst in Sicherheitszone im Libanon
       
       Israel behält sich nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
       jede Freiheit zur Abwehr von Gefahren ‌vor und [3][lässt seine Truppen
       vorerst in der „Sicherheitszone“ im Libanon]. Das Land werde so lange wie
       ‌nötig in diesen Gebieten bleiben, sagt Netanjahu. Israel sei vor der
       Vernichtung gerettet worden, doch der Kampf sei noch nicht vorbei. Man
       werde weiterhin Bedrohungen in der Region abwehren. (rtr)
       
       ## UN: Weniger Beschuss im Libanon seit Iran-Einigung
       
       Nach der Einigung zwischen den USA und Iran auf ein Rahmenabkommen hat die
       Gewalt im Libanon UN-Angaben zufolge zunächst nachgelassen. „Von
       Mitternacht bis 16.00 Uhr Ortszeit beobachtete die UN-Mission Unifil nach
       eigenen Angaben einen Rückgang der Gewalt und des Schusswechsels“, sagte
       der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres in New York. In dem
       Zeitraum wurden demnach 133 Geschosse und zwei Luftangriffe verzeichnet,
       die den israelischen Streitkräften zugeschrieben werden. Geschosse der
       Hisbollah oder anderer nicht staatlicher Akteure seien nicht registriert
       worden, sagte Sprecher Stéphane Dujarric.
       
       Gleichzeitig hätten die UN-Friedenstruppen 25 Verletzungen des
       libanesischen Luftraums durch die israelische Armee (IDF) verzeichnet. Vor
       der Bekanntgabe der Vereinbarung zwischen den USA und Iran hätten die
       Unifil-Truppen 135 Verletzungen des libanesischen Luftraums durch die IDF
       registriert. Berichten zufolge ist bei einem Drohnenangriff Israels im
       Süden des Libanons eine Person getötet worden. Der libanesischen
       Nachrichtenagentur NNA zufolge wurde ein Auto in der Nähe der Ortschaft
       Kfar Tebnit angegriffen. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“
       berichtete unter Berufung auf Sicherheitsquellen, ein Fahrzeug sei von
       einer Drohne attackiert worden, um „eine Bedrohung zu eliminieren“. Israels
       Armee teilte auf Anfrage mit, man prüfe die Angaben. Nach Darstellung der
       mit Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah soll die Einigung zwischen
       Teheran und Washington auch für den Libanon gelten. Doch israelische
       Minister widersprachen dieser Darstellung. (dpa)
       
       ## Trump: J.D. Vance kommt zur Unterzeichnung von Rahmenabkommen
       
       US-Präsident Donald Trump schickt seinen Vize J.D. Vance zur Unterzeichnung
       des Iran-Rahmenabkommens in die Schweiz. Vance werde kommen, sagte der
       Republikaner auf dem G7-Gipfel am Genfersee bei einem Gespräch mit
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf eine Journalistenfrage. (dpa)
       
       ## Trump lässt Teilnahme an Unterzeichnung von Iran-Vereinbarung offen
       
       US-Präsident Donald Trump ist noch nicht sicher, ob er an der
       Unterzeichnung einer vorläufigen Vereinbarung mit Iran teilnehmen wird.
       „Nun, das kommt darauf an“, sagte Trump bei einem gemeinsamen Auftritt mit
       dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Évian-les-Bains.
       „Vielleicht bin ich dabei. Vielleicht auch nicht.“ Die Unterzeichnung soll
       am Freitag im nur wenige Kilometer entfernten Genf stattfinden. (ap)
       
       ## US-Vertreter: Trump und Vance haben Abkommen mit Iran elektronisch
       unterzeichnet
       
       Nach US-Angaben haben die Vereinigten Staaten und Iran ihr Rahmenabkommen
       für eine Friedenslösung bereits elektronisch unterzeichnet. US-Präsident
       Donald Trump, Vizepräsident J.D. Vance und der iranische Chefunterhändler
       Mohammad Bagher Ghalibaf hätten die Vereinbarung digital signiert, teilte
       ein hochrangiger US-Vertreter am Montag in Washington mit. Eine Bestätigung
       aus Teheran gab es dafür vorerst nicht. In den USA sind digitale
       Unterschriften unter Verträge in der Regel ebenso rechtsverbindlich wie
       handschriftliche Signaturen. Die USA, der Vermittler Pakistan und Iran
       hatten die Einigung auf die Rahmenvereinbarung am Sonntag verkündet. Nach
       pakistanischen Angaben soll am Freitag in Genf eine
       Unterzeichnungszeremonie mit Vertretern der Konfliktparteien stattfinden.
       (afp)
       
       16 Jun 2026
       
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