# taz.de -- herzensort: Ein Wald für klare Gedanken
Raus aus dem Trubel Ehrenfelds, vorbei an der Uni, bis der Asphalt in
Kopfsteinpflaster übergeht und die Stadt leiser wird. Ich stelle mein Rad
im kühlen Schatten unter den Bäumen gegenüber vom Lindenthaler Tierpark ab.
Nele wartet meistens schon.
Gemeinsam laufen wir dann unsere fünf Kilometer durch den Kölner Stadtwald.
Über 200 Hektar ist er groß. Die Sonne bricht sich in den dichten
Baumkronen und wirft tanzende Lichtflecken auf den Waldboden, die uns bei
jedem Schritt begleiten. Manchmal übernimmt die Natur das Gespräch: das
Zwitschern der Vögel, das Rascheln von Blättern unter unseren Sohlen und
das beruhigende Plätschern der Kanäle und Seen, auf denen Enten und Schwäne
schwimmen. Als Extrabelohnung wartet am Ende Diegos nostalgischer Eiswagen,
der das erfrischendste Zitronen-Minz-Eis der Stadt verkauft.
Was ich am Stadtwald liebe: Alles, was eben noch erdrückend schien,
schrumpft mit dem ersten Schritt auf den Wegen. Ich komme hierher, wenn der
Kopf zu eng wird – und gehe mit dem Gefühl, dass da wieder genug Raum für
meine Gedanken da ist. Lilli Messer
27 Jun 2026
## AUTOREN
(DIR) Lilli Messer
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