# taz.de -- Achtung, Baum fällt!: Kranke Kastanien im Besselpark
> Ein Bakterium hat die Kastanien im Park am taz-Haus in Berlin befallen.
> Mindestens 25 Stück werden gefällt. Neue Bäume ganz bald – bitte.
(IMG) Bild: Bäume sterben vor der Berliner taz
[1][Aus der taz] | Karg sah er aus, dieser Park am taz-Haus diesen Winter.
Wie prinzipiell ja rot blühende Kastanien eben aussehen – aber im Januar?
Totes Gestrüpp. Doch im sechsten Stock des taz-Hauses an der
Friedrichstraße, im Panoramaraum, wo das [2][taz-lab-Team] alljährlich in
dieser Jahreszeit seine Arbeit beginnt, war immer klar: Wenn die Kastanien
unten im Park langsam zu knospen beginnen, ist die Arbeit bald geschafft.
Diese Grünanlage, vor fünf Jahren seitens des Bezirks tüchtig mit neuen
Gehwegen und Verweilmöglichkeiten aufgemöbelt, wird sich nun aber
grundlegend ändern.
Denn mindestens 25 Exemplare dieser Bäume sind unrettbar beschädigt, weil
sie von einem Bakterium namens Pseudomonas syringae pv. Aesculi befallen
sind.
## Rückschnitte reichen nicht mehr aus
In [3][einer Meldung des Bezirksamts] heißt es: „Viele Bäume wirken von
außen noch belaubt und vital. Entscheidend ist jedoch der innere Zustand.
Der Wasser- und Nährstofftransport kann in äußeren Leitbahnen noch
funktionieren, während tragende Bereiche bereits geschädigt sind. Besonders
kritisch sind Schäden an Vergabelungen, weil dort Ast- und Stammbruch
drohen. Rückschnitte wurden geprüft, reichen laut Bezirk aber nicht mehr
aus.“
Dass klimatische Trockenheit plus Bodensiegelung zu den Gründen des
bakteriellen Desasters führten, muss vielleicht nicht eigens erwähnt
werden.
„Zeitnah“, wie es heißt, werden diese Bäume also gefällt werden müssen. Das
ist insofern auch traurig, weil gerade auf den Bänken unter den Bäumen
stets eine fein diverse Kiezgesellschaft Platz nahm: Kinder, Jugendliche,
Hipster, aus dem nahen Superlebensmitteldiscounter kommende und etwas Ruhe
suchende Menschen, die rund ums taz-Haus wohnen – sie werden die belaubten
Bäume als Sonnendächer vermissen müssen.
Aus [4][einem Lied] der längst gestorbenen Sängerin Alexandra: „Ich fühlte
mich bei dir geborgen / und aller Kummer flog davon / Hab’ ich in deinem
Arm geweint / strichst du mit deinen grünen Blättern / mir übers Haar mein
alter Freund / Mein Freund der Baum ist tot …“
Mit diesem melancholisch stimmenden Klassiker der frühen bundesdeutschen
Ökobewegung im Ohr rufen wir dem Bezirksamt zu: So verrichtet euer Werk –
aber im nächsten Frühjahr, da pflanzt ihr neue Bäume, klimawandelresistent,
ja?
23 Jun 2026
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(DIR) [4] https://www.youtube.com/watch?v=Ohw-3V5ausQ
## AUTOREN
(DIR) Jan Feddersen
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