# taz.de -- Argentinische Rocklegende: Indio Solari ist im Alter von 77 Jahren gestorben
> Nach dem Tod des Musikers versammelten sich Tausende Menschen auf der
> Plaza de Mayo in Buenos Aires. Der Leichnam ist im Vorort Avellaneda
> aufgebahrt.
(IMG) Bild: Gedenkveranstaltung am Todestag des argentinischen Sängers Indio Solari in Buenos Aires am 5. Juni 2026
Die argentinische Rocklegende Indio Solari ist tot. Solari starb am 5. Juni
im Alter von 77 Jahren in seinem Haus in Parque Leloir in Ituzaingó bei
Buenos Aires. Sein Tod hat eine spontane Massentrauer ausgelöst. Am frühen
Freitagabend versammelten sich in der argentinischen Hauptstadt Tausende
auf der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast. Singend, lachend und
weinend tanzten sie durch die Nacht zur Musik aus den Smartphones und
Soundboxen. „Siempre en nuestros corazones“ – Für immer in unseren Herzen,
schrieb der argentinische Nationalspieler Lionel Messi aus den USA, wo er
bereits zu Testspielen [1][vor der Weltmeisterschaft] angereist war.
Geboren wurde Carlos Alberto Solari am 17. Januar 1949 in Paraná in der
Provinz Entre Ríos. Kurz nach der Geburt zog die Familie nach La Plata, der
Hauptstadt der Provinz Buenos Aires. Mit 19 ging er auf das dortige
„Institut für Schöne Künste“, wurde aber nach einem Jahr von der
Einrichtung verwiesen. „Das Wichtigste war damals die Rebellion“, sagte er
später über diese Zeit.
In La Plata formierte Indio Solari zusammen mit anderen die Rockband
Patricio Rey y sus Redonditos de Ricota. Das genaue Gründungsdatum ist
offen. [2][Es kreist jedoch um den Militärputsch von 1976]. Die Band
entwickelte einen unverwechselbaren Stil und eine besonders enge Beziehung
zu ihrem Publikum. Mit Andeutungen und rätselhaften Metaphern verarbeitete
sie in ihren Songtexten die Erfahrungen von Gewalt, Angst und sozialer
Zerrissenheit jener Jahre. Solari und die Redonditos wurden zu einem
generationsübergreifenden Phänomen. Ein Fan der ersten Stunde erzählt: „Ich
habe die Band in allen Phasen gesehen, seit ich 15 war, später gingen auch
meine Kinder und Enkel mit.“ Die Konzerte erreichten eine unkontrollierbare
Größe, die selbst innerhalb der Band Unbehagen auslöste und mit zur
Auflösung 2001 beitrug.
Nach dem Aus startete Solari eine erfolgreiche Solokarriere, und die enge
Verbindung zu den Fans blieb bestehen. 2016 macht er während eines Konzerts
seine Erkrankung öffentlich: „Der Parkinson ist mir auf den Fersen.“ 2017
gibt er vor einem riesigen Publikum sein letztes Live-Konzert. Danach
konzentriert er sich auf Studioarbeit und die Veröffentlichung von Büchern,
während sein Gesundheitszustand zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit
rückt. 2023 gibt er bei einem virtuellen Konzert das Ende seiner
Bühnenkarriere bekannt.
Solari hatte sich stets als Anhänger von Ex-Präsidentin Cristina Kirchner
gezeigt und den aktuellen Präsidenten Javier Milei mehrfach kritisiert. Der
hatte schon 2017 über ihn geschimpft: „Wenn Indio Solari das kommunistische
Paradies so sehr mag, soll er doch in Kuba oder Nordkorea leben.“
Auf die Forderung, Solaris Sarg im Kongress aufzubahren, reagierte die
Regierung ausweichend. Üblicherweise werden bekannte Persönlichkeiten zum
letzten Adios im Kongressgebäude aufgebahrt, [3][nur Diego Maradona wurde
im Präsidentenpalast aufgebahrt].
Seit Sonntag ist der Sarg mit dem Leichnam im Sportzentrum im Parque de los
Trabajadores (Arbeiterpark) in Avellaneda, einem Vorort von Buenos Aires,
aufgebahrt. „Ab 11 Uhr und solange es erforderlich ist, damit jeder die
Möglichkeit hat, von ihm Abschied zu nehmen“, erklärte die Familie.
Tausende werden aus der Hauptstadt kommen und Abschied nehmen. Und nochmals
Tausende sind gerade aus allen Landesteilen mit Bussen unterwegs.
7 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Jürgen Vogt
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