# taz.de -- Nominiert für den panterpreis 2026: Medienbildung für Chancengleichheit
       
       > In Workshops vermittelt das Projekt nah:dran Jugendlichen aus ländlichen
       > und strukturschwachen Regionen Medienkompetenz. Getragen wird die
       > Initiative durch ehrenamtliches Engagement.
       
 (IMG) Bild: Konzentriertes Arbeiten: Am Ende kommen alle Beiträge in die Mediathek
       
       [1][taz panterpreis] | „Jugendliche kommen in den Massenmedien viel zu
       selten mit ihren Themen vor“, sagt Cynthia Seidel, Mitglied im
       Bundesvorstand der Jugendpresse e.V.. Der Verein führt als Bundesverband
       junger Medienmacher*innen darum seit Anfang 2025 mit dem Projekt
       [2][„nah:dran – Medien für alle“] Workshops für Medienkompetenz durch – in
       strukturschwachen Regionen mit schlechter Infrastruktur und unzureichenden
       Bildungsangeboten. In Städten wie Frankfurt (Oder), Chemnitz oder Bautzen
       waren sie bereits unterwegs.
       
       In Schulen, Jugendclubs oder Vereinen organisiert nah:dran
       Jugendredaktionen, sagt Seidel, die für das Projekt zuständig ist. Dazu
       spreche sie vorab mit den Kooperationspartner:innen, „weil sie ihre
       Zielgruppe vor Ort viel besser kennen als wir“. Jugendliche lernen dann zum
       Beispiel, Desinformationen kritisch zu reflektieren. Danach schreiben sie
       selber Texte, nehmen Podcasts auf oder setzen sich mit den Folgen
       künstlicher Intelligenz auseinander. Auf Netzwerktreffen können die
       Jugendlichen weiter in Kontakt bleiben.
       
       Ob einem Medienkompetenz im Elternhaus vermittelt wird, hängt laut Studien
       stark vom sozioökonomischen Status der Familie ab. Institutionelle
       Medienbildung kann Chancengleichheit herstellen und verhindern, dass Kinder
       mit erschwertem Zugang zu Bildung den Anschluss verlieren.
       
       ## Finanzierung ungewiss
       
       Damit das gelingt, ist nah:dran aber auf zivilgesellschaftliches Engagement
       angewiesen. Cynthea Seidel und die Teamer:innen, die die Workshops leiten,
       arbeiten ehrenamtlich. Durch die Finanzierung von „Demokratie leben“ des
       Bildungsministeriums konnte nah:dran zwei Projektmitarbeitende anstellen,
       „damit es nicht nur an der Freizeit von Menschen hängt“, erklärt Cynthia
       Seidel.
       
       nah:dran ist eines der Projekte, die von der geplanten Umstrukturierung des
       Demokratie-Förderprogramms betroffen sind. Zwei Jahre vor dem eigentlichen
       Projektende würde die Finanzierung auslaufen. Cynthia Seidel will die
       Expertise der beiden Projektangestellten nicht verlieren, doch angesichts
       der Umstände stellt sich ihr Team darauf ein, nah:dran auch ohne Förderung
       erhalten zu können. Sie kümmern sich jetzt um Parallelstrukturen, „um die
       Netzwerke, die wir in den letzten eineinhalb Jahren aufgebaut haben, zu
       halten“.
       
       Was Medien ausmacht und wie sie arbeiten, ist für viele Menschen schwer zu
       verstehen. Darum sei die Vermittlung von Medienkompetenz für Jugendliche,
       gerade aus sozial schwächeren Familien, so wichtig – und das sollte auch
       ausreichend finanziell gefördert werden, meint Cynthia Seidel. Das Projekt
       nah:dran bringe „vielfältige Perspektiven“ in den Journalismus ein. „Die
       regulären Medien schaffen das einfach nicht.“
       
       4 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /!v=4269299f-23bb-40f2-a4ea-2b1b1ae40192/
 (DIR) [2] https://jugendpresse.de/projekte/nahdran
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Wiebke Howestädt
       
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