# taz.de -- was für eine woche: „Die Kontrolle bleibt maßgeblich bei Musk (der zugleich noch reicher wird)“
Beate Willms
SpaceX, das bedeutet Raumfahrt, Satelliten, KI, also irgendwie Zukunft.
Dazu die Größe – das Unternehmen strebt eine Kapitalisierung von 1,75
Billionen US-Dollar an – und das Versprechen, auch Kleinanleger teilhaben
zu lassen: Der Börsengang von Elon Musks derzeit beliebtestem Projekt
fasziniert bis in progressive Kreise.
Dabei ist alles daran falsch. Erstens der Anschein von Demokratisierung:
Wegen zwei Klassen bei den Aktien bleibt die Kontrolle maßgeblich bei Musk
(der zugleich noch reicher wird). Zweitens vollendet die Notierung ein
Akkumulationsmodell, das auf öffentlichem Wissen, staatlicher Infrastruktur
und unbezahlter Datenarbeit von Milliarden Menschen beruht. KI und
Raumfahrt sind keine Garagenerfindungen, der Weltraum ist gemeinsamer
Nutzungsraum, GPS steuerfinanziert, neuronale Netze entstanden an
staatlichen Universitäten. Vieles ist kritische Infrastruktur, Starlink
wichtiger Teil globaler Kommunikation, KI im Einsatz in Ämtern und Schulen.
Dieses kollektiv finanzierte Fundament wird in Börsenwert verwandelt und an
Aktionäre verteilt. Die Frage ist nicht, ob man die Aktie kaufen sollte,
sondern warum Satellitennetze und KI-Systeme Privateigentum sein dürfen.
13 Jun 2026
## AUTOREN
(DIR) Beate Willms
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