# taz.de -- taz🐾lage: It's all over, ESC: Show-down in der taz
       
       „Der ESC ist eine unpolitische Spaßveranstaltung, die aus kommerziellem
       Interesse die Sehnsucht nach Gemeinschaftsgefühl bedient“. So ungefähr
       lässt sich das Gefühl einer relevanten Gruppe von taz-Kolleg*innen
       zusammenfassen. Es ist die Fraktion, die gern ruft: „Dafür ist die taz
       nicht gegründet worden.“ Eine andere Fraktion betont, das alles sei
       komplizierter, man könne ein Ereignis, das weltweit fast 200 Millionen
       Menschen bewegt, schlechterdings nicht ignorieren. Dennoch sehen auch sie
       das Problem: „Der ESC ist in Wirklichkeit sehr politisch, behauptet aber
       immer, unpolitisch zu sein“. Das Motto dieser Fraktion lautet: Die taz muss
       der Boulevard von links sein.
       
       Am Tag nach der 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest liegt das Thema ESC
       unter den Sonntagsdiensthabenden der taz im Aufmerksamkeitsranking noch vor
       dem verendeten Wal Timmy. Das gefällt nicht allen. Eine Kollegin stellt von
       Anfang an klar, „den ESC noch nie gesehen“ zu haben. Andere wiederum
       stellen bei der Titelkonferenz ihr geradezu enzyklopädisches Wissen unter
       Beweis und fühlen sich durch die entgeisterten Kolleginnenblicke
       schließlich dazu genötigt, zu gestehen: „Ja, ich habe es gestern gesehen.
       Ja, auch schon öfter. Okay: eigentlich jedes Jahr.“
       
       Seite1-Redakteur Marvin Kalwa geht mit seinem Interesse an der Show
       schamfrei um: „Ich bin ein Fernsehkind“, erklärt er sein großes Interesse
       von Kindheit an. Und dennoch: Dass der ESC mal wieder auf der Seite 1
       stattfinden darf, hängt natürlich dann doch von seiner politischen
       Sprengkraft ab. Dank der Teilnahme Israels ist wieder für alle was dabei.
       Sunny Riedel
       
       18 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sunny Riedel
       
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