# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn halt doch noch was Störendes gefunden wird
Nicht nur Gras ist über die ehemalige Luftmunitionsanstalt Dünsen bei
Bremen gewachsen. Überall in einem kleinen Mischwald stößt man auf von
Brombeeren und Sträuchern überwucherte Ruinen, auf manchen wachsen Bäume.
Wofür die Gebäude im Einzelnen genutzt wurden, bleibt unklar. Es gibt weder
Hinweisschilder, noch Warntafeln oder Absperrungen. Dafür haben Sprayer
jede Menge Tags auf dem Beton hinterlassen und ein paar aufwendigere
Graffitis. Echt lost dieser place.
Im Internet lässt sich nachlesen, dass das 1934 gebaute Lager nach dem
Krieg kurz zivil und dann von Bundeswehr und US-Armee genutzt wurde. In als
Erdhügel getarnten Bunkern sollen Atomwaffen gelagert worden sein. Heute
bietet dort eine Firma regelmäßig Kriegsspiele mit Luftgewehren an. Sie
sorgt auch für die Entmüllung.
An diesem Maisonntag laufen nur Spaziergänger auf dem Gelände herum,
klettern auf und in die Ruinen, besteigen den Wachturm, dessen
Fensteröffnungen mit verrostetem Gitter versperrt sind. „Das war toll im
Turm!“, sagt ein Mädchen zu seiner Mutter, die unten auf Mann und Kind
gewartet hat. „Ja, es ist schön hier“, erwidert sie, „wenn nur nicht alles
so beschmiert wäre!“ Ihr Mann nickt. „So sind die Menschen.“ Eiken Bruhn
23 May 2026
## AUTOREN
(DIR) Eiken Bruhn
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