# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn ein Berg gestürmt wird
       
       Die Kampenwand heißt so, weil ihr gezackter Gipfel aussieht wie der Kamm
       eines Hahnes. Von oben geht der Blick weit in die österreichischen Alpen
       hinein, auf der anderen Seite bleibt er am bayerischen Chiemsee hängen –
       und an Soldat:innen.
       
       Denn 40 kleine Menschlein in Flecktarn stapfen gerade über die Baumgrenze.
       Besonders bergsportlich wirkt das nicht. „Gebirgsjäger seid’s ihr keine,
       gell?“, fragt ein Wanderer spöttisch. „Früher mal“, schnauft ein Soldat,
       „heute bin ich ein Sesselfurzer.“ Und wo? „Bei der Sanak in München.“ Die
       Sanitäts-Akademie der Bundeswehr macht heute einen Ausflug.
       
       Weiter unten an der Steinling-Alm liegen die Rucksäcke, in der Hütte sitzen
       bei Leberknödelsuppe und Cappuccino die Offizier:innen zusammen. Mit
       dem Jahrgang sind sie wohl nur bedingt zufrieden. „Bei der Intelligenz“,
       sagt eine Ausbilderin, „da lässt sich ja noch was entwickeln.“
       
       Der General wäre gern dabei gewesen, sagt draußen eine Soldatin mit
       goldener Schulterschnur, sei aber verhindert. Im Tal witzeln sie beim Essen
       oft: „Wenn i mit meiner Wamp’n kannt’, gang i auf de Kampenwand.“
       
       Stefan Hunglinger
       
       23 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Hunglinger
       
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