# taz.de -- was für eine woche: „Die Notlagen internationaler Tragweite tragen offenbar nicht weit genug“
Manuela Heim
Die Berichterstattung über das Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff ist
gerade abgeebbt, schon ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine
„gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite“ aus:
Ebolavirusausbruch im Kongo, für Zentralafrika wird Schlimmes erwartet.
Rund zehn Jahre sind seit dem bislang größten Ausbruch mit rund 11.000
Toten vergangen. Die Weltgemeinschaft hatte sich damals bessere
Vorbereitung geschworen. Nach der Coronapandemie schien dies
unausweichlich. Tatsächlich hat der aktuelle Ausbruch des Ebolavirus
vermutlich bereits vor Monaten begonnen. Dass er so lange unbemerkt blieb,
sehen Hilfsorganisationen in direktem Zusammenhang mit den Mittelkürzungen
durch die USA und andere Länder. Einen Impfstoff für die bereits bekannte
Ebolavirusvariante gibt es auch nicht, weil Pharmaunternehmen erst so
richtig investieren, wenn es den finanzkräftigen Teil der Welt betrifft.
Unter diesen Vorzeichen startete am Montag das WHO-Jahrestreffen – mit der
Mahnung einer Expert*innengruppe: Diese zersplitterte Welt sei noch
schlechter auf Pandemien vorbereitet als vor zehn Jahren. Die Einigung auf
einen globalen Pandemievertrag wurde übrigens erneut verschoben. Die
Notlagen internationaler Tragweite tragen offenbar nicht weit genug.
23 May 2026
## AUTOREN
(DIR) Manuela Heim
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