# taz.de -- Nordrhein-Westfalen: Große Razzia gegen Hells Angels
> 1.500 Polizisten in 28 Städten: Mit einer großen Razzia geht die Polizei
> in NRW gegen die „Hells Angels“ vor. Zuvor wurde ein Ableger der Rocker
> verboten.
(IMG) Bild: Razzia bei der Rockergruppe Hells Angels am 28. April in Nordrhein-Westfalen
dpa | Mit einer groß angelegten Razzia geht die Polizei in
Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe „Hells Angels“ vor. 1.200 Beamte
seien in 28 Städten im Einsatz, teilte das Innenministerium in Düsseldorf
mit. Zuvor hatte die Behörde den Verein „Hells Angels Motorcycle Club
Leverkusen“ verboten. Eine Person wurde festgenommen.
Nach Angaben des Ministeriums ist es einer der größten Einsätze gegen
Rockerkriminalität in der Geschichte des Landes. Seit den frühen
Morgenstunden durchsucht die Polizei mehr als 50 Objekte. Auch
Spezialeinsatzkräfte sind im Einsatz. Innenminister [1][Herbert Reul (CDU)]
will sich um 10 Uhr bei einem Presse-Statement im Landtag zu Details
äußern.
Federführend sind die Polizei Düsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft
der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten
(ZeOS NRW). Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den
Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung
sowie der räuberischen Erpressung. In Langenfeld wurde laut den Ermittlern
ein 46 Jahre alter Beschuldigter festgenommen.
Die Durchsuchungen begannen um 4 Uhr und dauerten zunächst an. Razzien gibt
es in Wohnungen und Geschäftsräumen von Vereinsmitgliedern und
Unterstützern unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim,
Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim,
Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Lünen und
Marienheide.
## Mitgliederzuwachs bei Hells Angels
In Hilden wurde ein Vereinsheim der „Hells Angels“ durchsucht. Vor Ort
waren vermummte und bewaffnete Polizisten zu sehen. Neben der Suche nach
Beweisen geht es der Polizei bei der großangelegten Aktion auch um die
Sicherung von Vermögenswerten. Bei einer früheren Razzia gegen die Rocker
waren unter anderem Motorräder und Bargeld beschlagnahmt worden.
In NRW waren in den vergangenen Jahren bereits andere „Hells
Angels“-Ableger („Chapter“) verboten worden. [2][Zuletzt hatte
Innenminister Herbert Reul (CDU) 2017 den Verein „Hells Angels MC Concrete
City“ verboten und aufgelöst.] Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster
hatte das Verbot vier Jahre später bestätigt.
Wie die Neue Westfälische vor wenigen Tagen mit Bezug auf das
Landeskriminalamt (LKA) berichtete, hatten die „Hells Angels“ zuletzt 29
Chapter in NRW. Mit 469 Mitgliedern sei der Club zuletzt stark gewachsen –
unter anderem durch Überläufer der verfeindeten [3][„Bandidos“]. Damit
waren die „Hells Angels“ personell bislang die größte Rocker-Gruppe in NRW
– vor den „Freeway Riders“ mit 403 Mitgliedern in 37 Chaptern.
28 Apr 2026
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