# taz.de -- Buckelwal Timmy: Ein Kran und „Hans“ sollen es nun richten
> Kommt jetzt mit einem Lastkahn die Wende im Fall des Buckelwals vor Poel?
> Das Tier soll in einem Stahlbecken auf Reise gehen – so zumindest der
> Plan.
(IMG) Bild: Der vor etwa drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser fest
dpa | Vor fast einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel bei Wismar
gestrandet. Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen
Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn, der den großen Meeressäuger samt Wasser
aufnehmen soll, erreichte auf seinem Weg in die Wismarbucht bis zum späten
Sonntagnachmittag aus der Elbe kommend den Nord-Ostsee-Kanal. Vom Schubboot
„Hans“ geschoben, kam die sogenannte Barge in der Nacht zu Montag in Kiel
an.
Nach einigen weiteren technischen Vorbereitungen an dem Lastkahn, die in
Wismar erfolgen sollen, war der eigentliche Abtransport des Wals zuletzt
frühestens für Dienstag geplant.
## Große Hoffnung bei Ansteigen des Pegels
Seit dem Start der Rettungsbemühungen der privaten Initiative Mitte April
kam es wiederholt zu Verzögerungen und Planänderungen – unter anderem, weil
der Wal sich vor einer Woche nach einem Ansteigen des Pegels [1][selbst in
Bewegung gesetzt] hatte, später aber wieder festsaß.
Seitdem hat das Team der privaten Initiative dafür gesorgt, dass das Tier
auch bei niedrigeren Wasserständen tiefer im Wasser liegt, und eine Rinne
bis zur tieferen Fahrrinne gebaggert, gesaugt und gespült.
Durch die mehr als 100 Meter lange Rinne soll der Wal in den absenkbaren
Kahn gelotst werden. Das stählerne Becken soll dann von einem Schlepper
gezogen in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee starten.
## Politiker auf Tuchfühlung
Am Sonntag wurde erneut [2][an der Rinne gearbeitet] und der Zustand des
Wals kontrolliert. Dabei war auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister
Till Backhaus (SPD) ins Wasser und auf Tuchfühlung gegangen. „Die Hoffnung
stirbt zuletzt“, sagte er am Sonntag. „Ich hoffe, dass diese Mission dann
irgendwann, möglichst bald, zu Ende ist, und zwar mit Erfolg.“
Der laut Backhaus rund vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März
erstmals in der Ostsee gesehen worden: Am 3. März tauchte er im Hafen von
Wismar auf; später saß er weiter westlich vor Timmendorfer Strand
(Schleswig-Holstein) fest. In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu
deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten
vermuten, dass er sie gezielt immer wieder aufgesucht haben könnte, weil er
schwer erkrankt Ruhe suchte.
27 Apr 2026
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