# taz.de -- was für eine woche: „Der Fall bringt so ziemlich alles mit, was eine irre Geschichte ausmacht“
       
       Manuela Heim 
       
       Schon mal von Epuyén gehört? In dem 2.000-Seelen-Dorf in Patagonien
       verbreitete sich Ende 2018 das eigentlich als Nagetiervirus bekannte
       Hantavirus – bemerkenswerterweise von Mensch zu Mensch. Mehr als ein
       Drittel der Erkrankten starben.
       
       Ein paar Jahre später, seit Anfang April 2026, schippert ein Luxuskreuzer
       durch den Südatlantik, an Bord Tourist*innen aus aller Welt, denen nahezu
       unberührte Natur versprochen war. Als immer mehr Menschen an Bord erkranken
       und drei sterben, geht bei der Weltgesundheitsorganisation eine Meldung ein
       und die Alarmglocken an. Derweil sind teils infizierte Passagiere schon in
       anderen Ländern unterwegs. Die übrigen harren isoliert in ihren Kabinen
       aus, tagelang bleibt ungewiss, welchen Hafen sie ansteuern dürfen. Es
       handelt sich um die gleiche Hantavirusvariante wie damals in Epuyén.
       
       Die Gefahr einer größeren Zahl von Folgefällen gilt als gering. Anders als
       bei dem südargentinischen Dorf ist der Fall aber nicht nur virologisch,
       sondern auch massenmedial eine Sensation. Offensichtlich bringt er so
       ziemlich alles mit, was eine irre Geschichte ausmacht. Die gesamte
       Nachverfolgung – virologisch wie medial – dürfte noch eine Weile andauern.
       
       9 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Manuela Heim
       
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