# taz.de -- was für eine woche: „Die Berliner CDU, spöttisch gesagt, kann einfach keine Kultur“
Uwe Rada
Erst hat sie ihren Staatssekretär vom Hof gejagt, nun muss sie selbst
gehen. Mit ihrem Rücktritt am Freitag wird Berlins Kultursenatorin Sarah
Wedl-Wilson die CDU-Affäre um nicht geprüfte Fördergelder für
Antisemitismusprojekte aber nicht beenden. Im Gegenteil. Nun steht Kai
Wegner (CDU) im Fokus der Affäre.
Berlins Regierender Bürgermeister, dem mitten im Wahlkampf für die
Landtagswahlen am 20. September noch immer die Tennisaffäre nachhängt, hat
einmal mehr gezeigt, das er keine Krise kann. Statt klarzumachen, dass auch
für die Förderung von Projekten gegen Antisemitismus die Regeln der
Haushaltsordnung gelten, hat er die Affäre laufen lassen. Reingegrätscht
ist nicht Berlins Regierungschef, sondern der Landesrechnungshof. Der hatte
am Donnerstag die Vergabe von 13 Projekten durch Wedl-Wilson aus einem
Sondertopf von über 3,4 Millionen Euro für „evident rechtswidrig“ erklärt.
Spöttisch könnte man sagen, dass die Berliner CDU nach dem Abgang von Joe
Chialo und dem seiner Nachfolgerin einfach keine Kultur kann. Doch die
Partei, die in Umfragen derzeit noch vorn liegt, ist nicht nur kultur-, sie
ist auch kopflos. Das Rennen um das Rote Rathaus ist wieder offen.
25 Apr 2026
## AUTOREN
(DIR) Uwe Rada
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