# taz.de -- BBC streicht bis zu 2.000 Stellen: Krise beim britischen Rundfunk
> Die BBC plant, fast 10 Prozent ihrer Belegschaft zu entlassen. In den
> nächsten zwei Jahren will die Rundfunkanstalt Hunderte Millionen Euro
> einsparen.
(IMG) Bild: Das BBC-Gebäude in London, 12. Oktober 2022
London afp | [1][Die britische Rundfunkanstalt BBC] will bis zu 2.000
Stellen streichen – fast 10 Prozent ihrer Belegschaft. In einer Mitteilung
an die Mitarbeiter erklärte Interimschef Rhodri Talfan Davies am Mittwoch,
Einzelheiten müssten noch ausgearbeitet werden, „aber die Gesamtzahl der
Arbeitsplätze wird um 1.800 bis 2.000 sinken“. Die BBC stehe unter
„erheblichem finanziellem Druck, auf den wir zügig reagieren müssen“.
Laut einer Mail, die der AFP vorliegt, welche die BBC an ihre
Mitarbeiter*innen verschickte, sollen „in den kommenden beiden Jahren“
500 Millionen Pfund (575 Millionen Euro) von jährlich insgesamt 5
Milliarden Pfund Betriebskosten eingespart werden. Die BBC hatte kürzlich
mitgeteilt, sie müsse Wege finden, um in den kommenden drei Jahren ihre
Kosten um 10 Prozent zu senken. Laut ITV News und der Nachrichtenagentur PA
handelt es sich um die größte Entlassungswelle seit fast 15 Jahren.
Die BBC wie die gesamte Medienlandschaft sind mit mehreren
Herausforderungen konfrontiert, darunter geänderten Nutzungsgewohnheiten
und künstlicher Intelligenz. Der BBC-Interimschef verwies auf „eine
Inflation der Produktionskosten“, einen Rückgang der Einnahmen sowie eine
weiter instabile Weltwirtschaft.
Die Schwierigkeiten der BBC verschärften sich zuletzt zudem durch einen
Rückgang der Einnahmen aus der Rundfunkgebühr. Das System wird in
Großbritannien zunehmend grundsätzlich infrage gestellt, zudem häufen sich
die Betrugsfälle. Diese Gebühr beträgt derzeit 174,50 Pfund (rund 200 Euro)
im Jahr. Im März teilte die BBC mit, die Einnahmen aus der Gebühr seien
seit 2017 inflationsbereinigt um 24 Prozent zurückgegangen.
[2][Die BBC steckt auch wegen einer Verleumdungsklage von Donald Trump in
der Krise]. Der US-Präsident fordert mindestens 10 Milliarden Dollar
Schadenersatz wegen einer von der BBC ausgestrahlten Dokumentation, in der
Ausschnitte aus Trumps Rede vom 6. Januar 2021 so zusammengeschnitten
worden waren, dass der Eindruck entstand, er habe seine Anhänger direkt zum
Sturm auf das Kapitol aufgerufen. Der Prozess in den USA soll im Februar
2027 beginnen.
Der damalige BBC-Generaldirektor Tim Davie und Nachrichtenchefin Deborah
Turness hatten nach Trumps Beschwerde ihren Rücktritt erklärt. Inhaltlich
wiesen sie seine Vorwürfe jedoch zurück. Die BBC hatte daraufhin
angekündigt, sich juristisch gegen die Verleumdungsklage zu wehren.
[3][Im kommenden Monat, am 18. Mai, tritt der neue BBC-Generaldirektor Matt
Brittin, ein ehemaliger Google-Manager, sein Amt an]. Der Brite übernimmt
das Ruder bei der Rundfunkanstalt mit ihren rund 21.500 Beschäftigten in
einem schwierigen Moment.
16 Apr 2026
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