# taz.de -- das medienhaus an der friedrichstraße: Swipe und weg? No way!
> Auf dem taz lab haben wir als GenZ eigene Bühnen kuratiert – ohne die
> Boomer um Erlaubnis zu bitten. Am Pink sollt ihr uns beim taz lab
> erkennen!
(IMG) Bild: Gäste, die das taz lab challengen: Ena Soukou (l. o.), Elli Edich (r. o.), und Nenda (r. u.), Donna Savage (l. u.)
Von Wilma Johannssen
Was auf diesem taz lab gänzlich Neues passieren soll, hatten meine Kollegin
Lina aus der taz Genossenschaft und ich Anfang Januar schnell raus. Wir
wollten junge Gäste mit Main Character Energy haben, die das Ding namens
taz lab mal auseinandernehmen.
Unsere Idee war nicht nur, taz-Themen auf junges Publikum zuzuschneiden,
sondern die Lebensrealitäten, Leidenschaften und Ausdrucksformen unserer
Generation, die bisher eher lückenhaft „bespielt“ (wie es so doof heißt)
oder gar belächelt wurden, explizit zu feiern. Also: viral gehende TikToks,
Modetrends, das Datingleben, Uni- oder Schulprobleme und vieles mehr.
Als das auch bei allen anderen Beteiligten durchsickerte, wurde mir eine
ganze Etage (im der taz unmittelbar benachbarten Frizzgebäude) versichert –
inklusive selbstbestimmter Deko und Ausstattung.
Doch damit war es noch lange nicht getan. Was in den betreffenden jungen
Panels verhandelt werden sollte, brauchte ein paar Beratungsrunden (unter
uns GenZ-Leuten). Wie zu erwarten, stießen einige unserer Ideen auf
sprachliche Verständnisprobleme. Jugendslang war bis dato ein noch selten
genutztes Stilmittel in der lab-Redaktion. Deswegen überraschten zunächst
Ideen, wie „Randale mit mein' Bitches“ oder „Swipe und weg?“.
Es hieß: „Das Wort ‚Fotze‘ im Titel ist doch zu viel.“ Es landete dann zu
meiner Überraschung sogar im Titel einer meiner Texte. Und das Titelfoto
haben wir selbst gemalt.
Amüsant ist vor allem, wenn irgendwann die Jugendwörter im
Kolleg*innenmund ganz selbstverständlich auftauchen. Morgens begrüßt
mich meine Kollegin mittlerweile gerne mit einem lachenden: „Du siehst aber
fotzig aus.“ Oder wie aus der Pistole geschossen kommt: „Dein Outfit ist
heute slay!“
Was hier einer langsamen Umgewöhnung bedurfte, begeistert in der
Social-Media-Welt. Wie hieß es in einem Kommentar neulich? Keine andere
große progressive Zeitung stelle ein solch junges und entertainendes
Programm zusammen. Und genau das wollten wir: Hinguckmomente, Erstaunen,
Pop und Unterhaltung.
Dieses Event soll auch zum Umdenken und Verstehen anregen: Zwar stimmt es,
wir benutzen ja für Ältere befremdliche Begriffe und haben ein Minimum von
vier Stunden Bildschirmzeit am Tag. Aber das ist nicht nur Entertainment
und blödes Geglotze. Das hat einen Background, unseren Background. Themen,
Diskurse und Kreativität tragen wir in einer sich wandelnden Öffentlichkeit
auf eine neue Art aus.
Wir sind auch auf TikTok und Co politisch aufmerksam und interessiert. Wir
haben unsere eigenen Ausdrucksweisen und Signs in Trends, der Mode, Musik
oder Sprache.
Kommt ins Frizz Gebäude direkt nebenan im 2. Stock! Ist sowieso viel
unterhaltsamer!
Wir sehen uns auf dem taz lab! Einfach beim Raum „Rosa Bühnen“ selecten:
[1][tazlab.de/programm]
25 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] http://tazlab.de/programm
## AUTOREN
(DIR) Wilma Johannssen
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