# taz.de -- Zwei fürs taz pantervolontariat: Mit einer anderen Perspektive
       
       > Ann Toma-Toader und Pascal Maier treten im Juni das Volontariat der taz
       > panterstiftung an. Das Programm möchte vor allem Menschen fördern, die in
       > den Redaktionen unterrepräsentiert sind.
       
 (IMG) Bild: Ihre Eltern waren nach der Arbeit so müde, dass sie kaum mehr mit ihr sprachen, so Ann Toma-Toader
       
       [1][taz panterstiftung] [2][|] Raweel Nasir: Mögt ihr mir zu Beginn etwas
       über euch erzählen?
       
       Ann Toma-Toader: Ich habe bis Anfang 2025 bei der taz panterstiftung bei
       Podcastformaten mitgemacht, beim [3][„Katerfrühstück“] zunächst, danach in
       der Reihe [4][„Queerly beloved“ bei Freie Rede] und als Redakteurin beim
       [5][„Mauerecho – Ost trifft West]“). Danach war für mich klar: Ich möchte
       bei der taz und im Journalismus bleiben. Ich habe zunächst weiter
       Publizistik und Theaterwissenschaft studiert, an der Barenboim-Said
       Akademie gearbeitet und mich ehrenamtlich in einem Sprachcafé engagiert.
       Ich möchte gerne über Rom*nja und Sinti*zze berichten, da sie zu meiner
       Familiengeschichte gehören.
       
       Pascal Maier: Nach meinem Realschulabschluss habe ich eine Ausbildung zum
       Kfz-Mechatroniker gemacht. Mir wurde aber schnell klar, dass ich das nicht
       für den Rest meines Lebens machen will. Da ich unbedingt in den
       Journalismus wollte, habe ich dann das Abitur nachgeholt. Dann habe ich
       Medientechnik studiert und währenddessen viele Praktika gemacht. Angefangen
       bei der Lokalzeitung beim Lokalfernsehen, dann zu den großen Sendern,
       tatsächlich beim ZDF und beim BR. Das war super, dass das so geklappt hat.
       
       Jetzt, nach dem Studium, arbeite ich als freier Journalist auch für die
       Lokalzeitung in Aschaffenburg. Nebenbei arbeite ich in einer Boulderhalle,
       weil als Freier ist es natürlich manchmal ein bisschen schwierig, davon
       komplett leben zu können. Den „Fremdkörper“ über eine handwerkliche
       Ausbildung sehe ich im Nachhinein nicht als Umweg, sondern als Chance, da
       er mir andere Perspektiven eröffnet, die ich in meine journalistische
       Arbeit einbringen kann – genauso wie mein gewonnenes technisches
       Verständnis.
       
       Wie wurdet ihr auf das Volontariat aufmerksam und was verbindet ihr damit? 
       
       Ann: Da ich ja schon in der taz panterstiftung gearbeitet hatte, war es für
       mich immer präsent und auch immer etwas, was ich machen wollte. Letztes
       Jahr hat mich Konny, die ehemalige Genossenschafts- und Stiftungsleiterin,
       so ein bisschen gedrängt. Sie meinte: „Du musst das unbedingt machen!“ Aber
       ich wollte erst mein Studium zu Ende bringen. Dieses Jahr habe ich die
       Ausschreibung gesehen und dann dachte ich mir: „Du machst es jetzt einfach.
       Du weißt, dass du das machen möchtest.“ Gerade als Frau of Colour finde ich
       es gut, dass da die Stiftung Möglichkeiten schafft.
       
       Pascal: Letztes Jahr hatte ich die Ausschreibung gesehen, aber war spät
       dran und habe es verpasst. Dieses Jahr habe ich es dann rechtzeitig
       gesehen. Da ich sowohl weiß und männlich bin, war ich zuerst etwas
       unsicher, ob ich da auch mitgemeint war. Aber ich habe gedacht, ich
       versuche es einfach und schaue, ob ich eingeladen werde.
       
       Und warum zur taz? 
       
       Ann: Die taz kann ich lesen, ohne mir ständig die Haare zu raufen. Sie lebt
       vom Pluralismus. Man führt Diskussionen und man versucht auf gemeinsame
       Punkte zu kommen, ohne dass man aufeinander rumtritt. Letztens sprach ich
       mit einem palästinensischen Freund, der vor fünf Jahren nach Deutschland
       kam. Er sagte, dass er eigentlich nichts außer die taz lesen könne, weil es
       ihn einfach sonst alles zu fertig macht. Da gehe ich mit.
       
       Ich glaube, wir erleben eine Verschiebung vom Anspruch der Neutralität an
       Journalismus. Dies ist ohnehin mit einem hohen Anspruch verbunden, der
       häufig in konservative und mitunter stärker rechtsgerichtete
       Wertorientierungen übergeht. Ich finde es besonders wichtig, dass die taz
       stabil links bleibt, offen für verschiedene linke Diskurse ist und sich
       nicht verschieben lässt.
       
       Pascal: Der Zeitgeist rückt immer stärker nach rechts. Da ist eine linke
       Zeitung einfach sehr wichtig. Anders als von Julia Klöckner behauptet: Die
       taz ist eine linke Zeitung und ein seriöses Blatt. Und klar, die taz hat
       auch einfach die besten Titelseiten. Das ist schon auch ein Grund, warum
       ich so begeistert bin. Nun muss ich nur noch eine Wohnung in Berlin
       finden...
       
       Raweel Nasir und Marco Fründt sind seit November 2024 als taz
       pantervolontär:innen in der taz-Redaktion. Ihnen folgen ab Juni 2026 Ann
       Toma-Toader und Pascal Maier.
       
       7 Apr 2026
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Raweel Nasir
       
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