# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Dieselpreis auf Allzeithoch
> In Deutschland ist Diesel so teuer wie nie zuvor. Iran droht USA und
> Israel mit „vernichtenden“ Angriffen. Die Hisbollah feuert Raketen auf
> Israel ab.
(IMG) Bild: Kein Scherz: So teuer wie gerade war Diesel in Deutschland noch nie
## Dieselpreis auf Allzeithoch
dpa | Der Dieselpreis ist in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Im
bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter am Mittwoch 2,327 Euro und
übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent, wie aus
Daten des ADAC hervorgeht. Die Zahl ist nicht inflationsbereinigt.
## Iran: Wiederaufbau von Stahlwerk dauert bis zu einem Jahr
rtr | Der Wiederaufbau des iranischen Stahlwerks Chusestan wird nach einem
Luftangriff in der vergangenen Woche bis zu einem Jahr dauern. Frühestens
könne die Anlage in sechs Monaten den Betrieb wieder aufnehmen, erklärt ein
Vertreter der Werksführung laut einem Nachrichtenorgan der iranischen
Justiz. Alle Module und Stahlöfen seien beschädigt worden. Der Wiederaufbau
solle mit heimischen Mitteln erfolgen. Das Werk war nach iranischen Angaben
im Zuge der israelischen und amerikanischen Luftangriffe getroffen worden.
## China fordert sofortiges Ende der Angriffe
afp | China hat nach den neuen Angriffsankündigungen von US-Präsident
Donald Trump gegen den Iran ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen
gefordert. „Militärische Mittel können das Problem nicht grundlegend lösen
und die Eskalation von Konflikten widerspricht den Interessen beider
Seiten“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am
Donnerstag. Sie rief die Konfliktparteien auf, „ihre Militäreinsätze sofort
einzustellen“.
Die Ministeriumssprecherin machte die USA und Israel für die Blockade der
Straße von Hormus verantwortlich. „Die Grundursache für die
Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus sind die
illegalen Militäreinsätze der Vereinigten Staaten und Israels gegen den
Iran“, sagte sie. Nur eine Waffenruhe könne die Sicherheit der
internationalen Schifffahrt wieder herstellen.
## Iran: US-Angriffe erreichen geheime Waffenlager nicht
ap | Das iranische Militär verfügt nach eigenen Angaben über geheime
Waffen- und Munitionslager. Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari sagte am
Donnerstag, die bisher von den USA und Israel angegriffenen Ziele seien
unbedeutend, weil die strategische Militärproduktion an anderen Orten
stattfinde. Von diesen wüssten die Angreifer nichts und könnten sie niemals
erreichen. Der Militärsprecher reagierte mit seinen Äußerungen auf eine
Rede von US-Präsident Donald Trump.
## Russland verhängt Exportstopp für Benzin
rtr | Russland hat einen bis Ende Juli befristeten Exportstopp für Benzin
verhängt. Dies teilte die Regierung in Moskau am Donnerstag mit. Mit der
Maßnahme solle der heimische Markt stabilisiert werden, da die Nachfrage
während der landwirtschaftlichen Aussaat saisonal hoch sei. Zudem verwies
die Regierung auf die gestiegenen weltweiten Ölpreise.
Russland hatte in der Vergangenheit wiederholt die Ausfuhr von Benzin und
Diesel eingeschränkt, um steigende Preise und Engpässe im Inland
einzudämmen. Im vergangenen Jahr war es in mehreren Regionen sowie in den
von Russland kontrollierten Teilen der Ukraine zu einer Treibstoffknappheit
gekommen. Hintergrund waren ukrainische Angriffe auf russische
Ölraffinerien sowie eine saisonal hohe Nachfrage.
Das Verbot gilt nicht für Länder, mit denen Russland Regierungsabkommen
über Treibstofflieferungen hat, wie die Mongolei. Branchenkreisen zufolge
exportierte das Land im vergangenen Jahr knapp fünf Millionen Tonnen
Benzin.
## Schweizer Inflation auf Jahreshoch
Die Inflation in der Schweiz ist im März auf den höchsten Stand seit
einem Jahr gestiegen. Angetrieben wurde die Teuerung durch höhere
Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs, wie aus Daten des Bundesamts für
Statistik (BFS) vom Donnerstag hervorgeht. Die Verbraucherpreise stiegen
gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent. Das ist der höchste Wert seit
März 2025, liegt jedoch unter den Erwartungen von Ökonomen, die in einer
Reuters-Umfrage ein Plus von 0,5 Prozent prognostiziert hatten. Im Februar
hatte die Teuerungsrate noch bei 0,1 Prozent gelegen.
Maßgeblich für den jüngsten Anstieg waren Erdölprodukte, die sich binnen
Jahresfrist um 5,3 Prozent verteuerten. Zudem zogen die Preise für
Flugtickets und Pauschalreisen an, wie die Statistiker weiter mitteilten.
Günstiger wurden für Verbraucher hingegen Übernachtungen in der Hotellerie
und Parahotellerie ebenso wie Automieten und Carsharing. Zudem zeigte sich
eine unterschiedliche Preisentwicklung je nach Herkunft der Waren: Während
sich im Inland hergestellte Güter seit letztem Jahr um 0,5 Prozent
verteuerten, verbilligten sich Importgüter um 0,3 Prozent.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lehnte eine Stellungnahme zu den
Daten ab. Die Jahresteuerung in der Schweiz blieb deutlich unter der für
die Euro-Zone erwarteten Rate von 2,5 Prozent. Experten gehen daher nicht
davon aus, dass die SNB die Zinsen im Kampf gegen die Preissteigerungen
unmittelbar anheben wird. An den Finanzmärkten wird die Wahrscheinlichkeit,
dass die Notenbank den Leitzins auf ihrer nächsten Sitzung im Juni von
derzeit null Prozent anhebt, aktuell auf 21 Prozent beziffert.
## US-Botschaft in Bagdad warnt vor Angriffen pro-iranischer Milizen
afp | Die US-Botschaft in Bagdad hat vor Angriffen pro-iranischer Gruppen
im Irak in den kommenden Tagen gewarnt. „Mit dem Iran verbündete irakische
Terrormilizen könnten in den nächsten 24 bis 48 Stunden im Zentrum Bagdads
Attacken verüben“, erklärte die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt
am Donnerstag im Onlinedienst X. Sie rief US-Bürger auf, das Land sofort zu
verlassen.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit ihren Angriffen auf den Iran
begonnen. Der Iran reagierte mit Attacken auf Israel, mehrere Golfstaaten
und US-Einrichtungen in der Region. Raketen und Drohnen fliegen seitdem
immer wieder über den Irak hinweg oder treffen auch Ziele in dem Land. Der
Irak, der lange Schauplatz eines Stellvertreterkriegs zwischen den USA und
dem Iran war, hatte erklärt, dass er nicht in den US-israelischen Krieg
gegen den Iran hineingezogen werden wolle.
## Iran kündigt „vernichtende Reaktion“ an
afp | Das iranische Militär hat nach neuen Angriffsankündigungen von
US-Präsident Donald Trump gegen die Islamische Republik eine „vernichtende“
Reaktion angedroht. „Rechnet mit unseren noch vernichtenderen,
umfassenderen und zerstörerischeren Maßnahmen“, erklärte das zentrale
Einsatzkommando des iranischen Militärs, Chatam al-Anbija, am Donnerstag an
die USA und Israel gerichtet. „Im Vertrauen auf den allmächtigen Gott wird
dieser Krieg so lange andauern, bis ihr gedemütigt, entehrt, von
dauerhaftem und sicherem Bedauern erfüllt seid und euch ergebt.“
Trump hatte zuvor ein baldiges Erreichen der US-Ziele in Iran in Aussicht
gestellt – und zugleich weitere Angriffe angekündigt. [1][„Wir werden sie
in die Steinzeit zurückversetzen“], sagte er am Mittwoch n einer Ansprache
an die Nation und drohte erneut mit Angriffen auf iranische Energieanlagen.
Die US-Armee werde Iran „in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart
treffen“.
## Neue Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Israels Norden
afp | Die von Iran unterstützte Hisbollah [2][im Libanon] hat nach eigenen
Angaben neue Raketen und Drohnen auf den Norden Israels abgefeuert. Sie
habe israelische Soldaten im Grenzgebiet mit Raketen angegriffen, teilte
die proiranische Miliz am Donnerstag mit. Zudem habe sie eine israelische
Ortschaft mit Drohnen attackiert, hieß es in einer separaten
Hisbollah-Erklärung.
Nach Angaben des israelischen Heimatfrontkommandos wurde im Norden Israels
Luftalarm ausgelöst. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht
vor.
Die Hisbollah ist Teil der von Iran angeführten „Achse des Widerstands“ an,
deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist. Außer der Miliz im
Libanon gehören dazu proiranische Milizen im Irak, die Huthis im Jemen und
die Hamas im Gazastreifen, die mit ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober
2023 den Gazakrieg ausgelöst hatte.
## Trump sieht US-Ziele im Irankrieg fast erreicht
afp | In seiner mit Spannung erwarteten Ansprache an die Nation hat
US-Präsident Donald Trump ein baldiges Erreichen der US-Ziele in Iran in
Aussicht gestellt – und zugleich weitere Angriffe angekündigt. Die
„zentralen strategischen Ziele“ der USA stünden „kurz vor der Vollendung“,
sagte Trump am Mittwochabend. Zugleich kündigte er an, die US-Armee werde
Iran „in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“. Die
Ölpreise schnellten nach Trumps Rede wieder in die Höhe. Israel meldete
unterdessen vier massive Angriffswellen aus Iran.
## Nato-Generalsekretär will nach Washington reisen
ap | Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird voraussichtlich nächste Woche für
Gespräche mit US-Präsident Donald Trump nach Washington reisen. Das
bestätigte ein Vertreter des Weißen Hauses der AP am Mittwoch (Ortszeit).
Trump und Rutte pflegen ein gutes Verhältnis, doch der Präsident zeigte
sich zuletzt zunehmend verärgert über die Bündnispartner, insbesondere über
Großbritannien und Frankreich. Die Dynamik sorgt für Besorgnis über die
Zukunft der Allianz, deren Wert Trump schon lange infrage stellt.
Trump hatte zuletzt seinen Unmut darüber geäußert, dass die Mitglieder des
Militärbündnisses seinem Aufruf, die Straße von Hormus zu sichern, nicht
nachkommen. Er sagte, er ziehe einen Austritt aus dem Militärbündnis
„ernsthaft in Betracht“.
Bei einem privaten Mittagessen im Weißen Haus vor seiner Rede zur Lage im
Irankrieg bezeichnete Trump die Nato am Mittwoch als „schlechte Verbündete“
und „Papiertiger“. „Die Nato hat uns sehr schlecht behandelt, und man muss
sich daran erinnern, denn sie werden uns wieder schlecht behandeln, falls
wir sie jemals brauchen“, schimpfte Trump erneut über das Bündnis. „Und
hoffentlich werden wir sie nie brauchen. Ich glaube nicht, dass wir sie
brauchen. Ich glaube nicht, dass sie viel ausrichten können.“ Trump sagte,
er sei sich sicher: „Die Nato wird nicht da sein, wenn wir den großen
Einsatz brauchen.“
## UN-Sicherheitsrat verurteilt tödliche Vorfälle im Südlibanon
kna | Der UN-Sicherheitsrat hat die Vorfälle verurteilt, die zum Tod von
drei Blauhelm-Soldaten im Südlibanon geführt haben. Ohne die Beteiligten im
Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz beim Namen zu nennen,
verlangte das Gremium in einer am Mittwochabend in New York
veröffentlichten Erklärung, die Sicherheit des Personals zur
Friedenssicherung zu gewährleisten. Auch stellte sich der Sicherheitsrat
hinter die „Souveränität, Unabhängigkeit, territoriale Integrität und
Einheit des Libanon“.
Einer der indonesischen Soldaten war am Sonntag getötet worden, als ein
Geschoss nahe einer Stellung der UN-Friedenstruppe detonierte. Zwei weitere
starben am Montag in einem Konvoi bei der Explosion einer Bombe am
Straßenrand. Bereits Dienstag hatten einzelne Mitglieder des
Sicherheitsrats die Angriffe missbilligt. Dem Organ gehören als ständige
Mitglieder neben Frankreich, Russland, Großbritannien und China auch die
Vereinigten Staaten an.
In seiner Erklärung forderte der Sicherheitsrat weiter eine Untersuchung
der tödlichen Zwischenfälle. Auch riefen sie die Parteien zur Einhaltung
der Resolution 1701 auf. Diese sieht vor, dass das Gebiet südlich des
Litani-Flusses ausschließlich von Truppen der UN-Friedensmission Unifil und
der libanesischen Armee kontrolliert wird. Israel will diese Zone wegen
fortgesetzter Angriffe der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz
militärisch besetzen.
## Israel: Iranischer Raketenangriff auf Norden des Landes
ap | Weniger als eine halbe Stunde nach der Rede von US-Präsident Donald
Trump zum Irankrieg hat Israel einen iranischen Raketenangriff auf den
Norden des Landes gemeldet. Das Militär arbeitet eigenen Angaben zufolge
daran, einen Raketenstart aus Iran abzufangen – den dritten Angriff am
Donnerstag. Sirenen ertönten im Norden Israels, von der Stadt Haifa an der
Mittelmeerküste bis zum See Genezareth.
Bei einem ersten iranischen Angriff im Zentrum des Landes wurden am
Donnerstag nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom
ein zwölfjähriger Junge und zwei sieben Monate alte Säuglinge durch
umherfliegendes Glas leicht verletzt. Bei demselben Angriff in Bnei Brak,
einer Stadt östlich von Tel Aviv, wurde den Angaben zufolge auch ein
24-Jähriger verletzt.
## Trump: Raketenangriffe, falls sich Iran dem Uran nähern sollte
dpa | US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung des wohl in Iran
verschütteten hochangereicherten Urans heruntergespielt. Irans Atomanlagen
seien bei den Luftangriffen im Juni vergangenen Jahres so hart getroffen
worden, dass es Monate dauern würde, auch nur in die Nähe des Urans zu
gelangen, sagte er. Man beobachte dies mithilfe von Satelliten intensiv.
Wenn man auch nur die geringste Bewegung der Iraner bemerke, würden sie
„sehr hart“ mit Raketen getroffen werden, sagte Trump im Weißen Haus in
einer Rede an die Nation. Die USA hielten alle Karten in der Hand, die
Iraner hätten keine Handlungsmöglichkeiten, sagte er.
Das hochangereicherte Uran, das sich sehr tief unter Irans Atomanlagen
befinden soll, nannte Trump dabei nicht direkt. Stattdessen sprach er von
„nuklearem Staub“ – einen Begriff, den er bereits zuvor für Irans
Uranvorrat genutzt hatte.
Seit Tagen gibt es Berichte über eine mögliche Bodenoffensive des
US-Militärs in Iran. Das Wall Street Journal etwa hatte jüngst unter
Berufung auf US-Beamte berichtet, Trump prüfe zurzeit, wie gefährlich ein
Militäreinsatz zur Bergung des Urans für die dafür nötigen Bodentruppen
wäre.
## Trump kündigt Endphase des Irankriegs an
rtr | US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Ende des seit fünf
Wochen dauernden Kriegs gegen Iran angekündigt. Die strategischen Ziele der
USA seien fast erreicht, sagte Trump am Donnerstag. „Wir werden die Aufgabe
beenden, und wir werden sie sehr schnell beenden. Wir kommen dem sehr
nahe“, erklärte der Präsident. Gleichzeitig kündigte er für die kommenden
zwei bis drei Wochen „extrem harte“ Angriffe an.
Trump ging auch auf die wachsenden Sorgen in der US-Bevölkerung ein. Die
meisten Amerikaner lehnen Umfragen zufolge den Konflikt ab, Trumps
Zustimmungswerte sind gesunken. Der Präsident führte die gestiegenen
Benzinpreise auf iranische „Terrorangriffe“ gegen Öltanker zurück. Die
Preise würden wieder fallen, versprach er, ohne jedoch einen Zeitrahmen zu
nennen. Trump deutete zudem an, dass die USA „wenn angemessen“ auch
Energie- und Ölziele angreifen könnten. Die Straße von Hormus werde sich
nach Kriegsende „natürlich“ wieder öffnen.
## US-Militär: Bereits mehr als 12.300 Ziele im Iran angegriffen
dpa | Das US-Militär hat in dem seit mehr als einem Monat andauernden Krieg
gegen Iran nach eigenen Angaben bereits mehr als 12.300 Ziele in dem Land
angegriffen. Darunter befänden sich auch 155 iranische Schiffe, die
beschädigt oder zerstört worden seien, teilte das US-Regionalkommando für
den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit. Washingtons Verbündeter
Israel flog nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Angriffe in Iran, wie
die Armee am Mittwoch mitgeteilt hatte.
## Wirtschaftsministerin sieht keine Versorgungsengpässe
rtr | Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht trotz des
Irankrieges und dessen Auswirkungen auf die Lieferketten keine Gefahr für
Engpässe bei der Energieversorgung in Deutschland. „Diese Botschaft an die
Bürgerinnen und Bürger ist mir wichtig: Die Versorgung mit Sprit und Gas
ist gesichert“, sagt die CDU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin Focus.
Die Energielieferketten seien diversifiziert. Weniger als 8 Prozent des
europäischen LNG-Imports kämen aus dem Persischen Golf, beim Öl seien es
nur rund 5 Prozent. Auch bei Kerosin und Diesel stünden ausreichende
Mengen zur Verfügung. Anders sehe es in Asien aus, das erheblich von der
Golfregion abhänge. Deutschland gebe daher gemeinsam mit der
internationalen Gemeinschaft behutsam einen Teil seiner Reserven frei, um
die Knappheiten im asiatischen Raum und damit auch die internationalen
Rohölpreise zu dämpfen.
## Iranische Regierung verurteilt „irrationale“ US-Forderungen
afp | Die iranische Regierung hat Staatsmedien zufolge die Forderungen der
US-Regierung für ein Ende des Irankrieges verurteilt. Die „maximalistischen
und irrationalen“ Forderungen Washingtons seien über Vermittler, „darunter
Pakistan“, an Teheran übermittelt worden, es fänden jedoch „keine direkten
Verhandlungen“ statt, zitierte die iranische staatliche Nachrichtenagentur
Isna am Donnerstag den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail
Bakaei.
Bakaei erklärte außerdem nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens,
Teheran sei „auf jede Art von Angriff vorbereitet, einschließlich eines
Bodenangriffs“.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social
erklärt, Iran habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. Daraufhin
dementierte das iranische Außenministerium jegliche Bitte einer Waffenruhe
an Trump. Entsprechende Äußerungen des US-Präsidenten seien „falsch“ und
entbehrten „jeder Grundlage“, erklärte Bakaei laut dem iranischen
Staatsfernsehen.
## Israelischer Botschafter: Keine dauerhafte Besatzung Südlibanons
dpa | Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat eine Annexion des
Südlibanons durch sein Land ausgeschlossen. „Wir werden so weit vorrücken
und so lange bleiben, bis der Beschuss Israels aufhört und unsere Einwohner
sicher sind. Eine dauerhafte Besatzung ist nicht geplant. Punkt“, sagte
Prosor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Er widersprach damit auch dem rechtsextremen israelischen Finanzminister
Bezalel Smotrich, der gefordert hatte, der Litani-Fluss im Süden des
Libanon müsse Israels neue Grenze zum nördlichen Nachbarland darstellen.
Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will
Israel das Gebiet bis zum Litani-Fluss nur bis auf Weiteres kontrollieren.
Nach Beginn des Irankriegs vor rund einem Monat hatte die libanesische
Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Israel
reagierte mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Libanon. Viele
Ortschaften im Süden des Landes gelten als Hisbollah-Hochburgen.
## Insider: Waffenstillstand Bedingung für Kriegsende
rtr | Ein ranghoher iranischer Vertreter sagt der Nachrichtenagentur
Reuters, Iran fordere einen garantierten Waffenstillstand, um den Krieg
dauerhaft zu beenden. Vermittler hätten am Dienstag Kontakt zum Iran
aufgenommen, wobei sich die Gespräche auf die Fortsetzung der
diplomatischen Bemühungen konzentriert hätten. Über die Vermittler habe es
keine Gespräche über einen vorübergehenden Waffenstillstand gegeben.
## Kämpfer von proiranischer Miliz bei Angriffen im Irak getötet
afp | Bei Angriffen im Nordwesten des Irak sind zwei Kämpfer der
pro-iranischen Miliz Hasched al-Schaabi getötet worden. Die beiden Kämpfer,
darunter ein Kommandant, seien bei zwei Luftangriffen auf eine Stellung in
Tal Afar in der Provinz Ninive nahe der syrischen Grenze getötet worden,
hieß es am Mittwoch in einer Erklärung von Hasched al-Schaabi. Bei dem
„amerikanisch-zionistischen Angriff“ seien zudem vier Menschen verletzt
worden.
Der Irak ist gegen seinen Willen in den Irankrieg hineingezogen worden, der
am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen hatte.
In den vergangenen Wochen gab es mehrere Luftangriffe gegen Einheiten der
Hasched al-Schaabi, die in die staatlichen Sicherheitskräfte integriert ist
und pro-iranische Gruppen umfasst. Die Angriffe gegen die Miliz werden
Israel und den USA zugeschrieben.
## Irans Präsident schickt Botschaft an Amerikaner
dpa | In einem offenen Brief an die amerikanische Nation kritisiert Irans
Präsident Massud Peseschkian den Krieg der USA gegen sein Land als eine
absurde und für die USA kostspielige Operation. „Die Welt befindet sich
heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses
kostspieliger und ergebnisloser ist denn je“, schrieb der Präsident in
seiner Botschaft. Iran habe in seiner Geschichte viele Aggressoren gesehen.
Von denen blieb in den Geschichtsbüchern laut Peseschkian aber nur ein
„Name der Schande“. Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden würde die
Zukunft ganzer Generationen prägen.
Für iranische Verhältnisse ist ein offener Brief an das amerikanische Volk
eher ungewöhnlich. Daher werten Beobachter ihn als Versuch Irans, die
amerikanische Öffentlichkeit von der Fehlentscheidung ihrer Regierung zu
überzeugen und so indirekt eine Waffenruhe zu erzwingen.
Die Angriffe auf die Infrastruktur Irans richten sich Peseschkian zufolge
unmittelbar gegen die iranische Bevölkerung. Diese Attacken seien nicht nur
ein Kriegsverbrechen, sondern ihre Folgen würden auch über die iranischen
Grenzen hinaus eine gesamte Region treffen. „Das ist am Ende dann ein
Teufelskreis und das Säen von immer mehr Feindseligkeit, dessen
Auswirkungen noch jahrelang andauern“, schrieb der iranische Präsident.
## Israel: Angriff auf Dutzende Militäreinrichtungen in Teheran
dpa | Die israelische Luftwaffe hat nach Angaben der Armee Dutzende
Militäreinrichtungen in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen. In
der Nacht auf Mittwoch seien auf Grundlage von Geheimdienstinformationen
allein 15 Waffenproduktionsstätten „im Herzen Teherans“ angegriffen worden,
teilte die israelische Armee auf Telegram mit. Darunter befinde sich ein
zentraler Komplex des iranischen Verteidigungsministeriums mit
Produktionsstätten für Raketen, die gegen Flugzeuge und ferngesteuerte
Fluggeräte eingesetzt werden sollten.
Darüber hinaus seien Luftabwehrsysteme, Abschussrampen sowie Produktions-
und Lagerstätten für Raketen angegriffen worden. Allein in den vergangenen
zwei Tagen habe die israelische Luftwaffe Angriffe auf rund 400 Ziele des
„iranischen Terrorregimes“ geflogen, hieß es weiter. Der von Israel und den
USA begonnene Krieg befindet sich bereits in der fünften Woche.
## Trump droht laut Zeitung Europäern
rtr | US-Präsident Donald Trump hat einem Zeitungsbericht zufolge mit dem
Ende von US-Waffenlieferungen an die Ukraine gedroht. Dadurch sollten die
europäischen Verbündeten dazu bewogen werden, sich einer „Koalition der
Willigen“ anzuschließen, die die Straße von Hormus wieder öffnen solle,
berichtet die Financial Times unter Berufung auf Personen, die über die
Gespräche informiert seien. Trump habe damit gedroht, die Lieferungen an
die von europäischen Ländern finanzierte Nato-Initiative PURL zur
Waffenbeschaffung für die Ukraine einzustellen.
## London: 35 Länder beraten virtuell über Hormus-Meerenge
afp | Die britische Regierung hat für Donnerstag ein [3][internationales
Treffen zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus]
angekündigt. Großbritannien habe 35 Länder hinter seiner Initiative „zur
maritimen Sicherheit“ in der Golfregion vereint, sagte Regierungschef Keir
Starmer am Mittwoch in London. Außenministerin Yvette Cooper werde das
Treffen leiten, fügte er hinzu. Später teilte ein britischer Beamter der
Nachrichtenagentur AFP mit, das Treffen werde am Donnerstag virtuell
stattfinden.
Das Treffen diene dazu, alle „diplomatischen und politischen Maßnahmen zu
prüfen, die wir ergreifen können, um die Freiheit der Schifffahrt
wiederherzustellen“, sagte Starmer vor Journalisten. „Im Anschluss an
dieses Treffen werden wir auch unsere militärischen Planer einberufen, um
zu prüfen, wie wir unsere Kapazitäten bündeln und die Meerenge nach den
Kämpfen wieder sicher machen können.“ Starmer warnte, die Wiedereröffnung
der Meerenge werde „nicht einfach“ sein.
## Frankreich: Keine Hinweise auf Verminung der Straße von Hormus
rtr | Die französische Marine hat nach Angaben des Admirals Nicolas Vaujour
keine Hinweise darauf, dass die Straße von Hormus vermint worden ist. Auf
einer Sicherheitskonferenz in Paris fordert er zudem, China müsse sich
stärker für eine Wiederöffnung der Meerenge einsetzen und seine Ungeduld
über die anhaltende Sperrung deutlich machen. China und Iran gelten als
befreundete Staaten.
## Finnischer Präsident spricht mit Trump über Nato
ap | Der finnische Präsident Alexander Stubb hat mit US-Staatschef Donald
Trump über die Nato und Iran gesprochen. Es sei auch um die Ukraine
gegangen, teilte Stubb am Mittwoch auf der Plattform X mit. „Es ist gut,
gemeinsam nach Lösungen für Probleme zu suchen“, schrieb er zu dem
Telefonat mit Trump, das konstruktiv gewesen sei.
Trump hat zunehmend Kritik an Verbündeten geäußert. Er wirft ihnen
mangelnde Bereitschaft vor, sich am Krieg der USA und Israels gegen Iran zu
beteiligen, vor allem mit Blick auf eine Sicherung der Straße von Hormus.
Trump hat deshalb erneut einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis Nato
ins Spiel gebracht.
## IOM: 180.000 Familien im Iran seit Kriegsbeginn vertrieben
ap | Der US-israelische Krieg gegen Iran hat nach Einschätzung der
Internationalen Organisation für Migration (IOM) 180.000 Familien in der
Islamischen Republik zu Flüchtlingen gemacht. Eine exakte Zahl zu liefern,
sei jedoch schwierig, teilte die Organisation am Mittwoch mit. Iran führe
im Gegensatz zu anderen Ländern keine entsprechende Statistik.
IOM-Generaldirektorin Amy Hope sagte der Nachrichtenagentur AP, Experten
ihrer Organisation rechneten damit, dass die Zahl der Vertriebenen steige,
wenn mehr zivile Infrastruktur zerstört werde. Pope warnte auch vor noch
dramatischeren Folgen für Arbeiter aus dem Ausland, die in Iran tätig
seien. Es sei möglich, dass sie weniger Unterstützung erhielten als
iranische Familien, die sich darum bemühten. Die „versteckte Konsequenz
eines Konflikts wie diesem“ sei, dass es Menschen gebe, deren Verbleib
nicht erfasst werde und die nicht die notwendige Hilfe erhielten.
## Iran dementiert Bitte um Waffenruhe
afp | Die iranische Führung hat dementiert, US-Präsident Donald Trump um
eine Waffenruhe gebeten zu haben. „Trumps Äußerungen zur Bitte Irans um
einen Waffenstillstand sind falsch und entbehren jeder Grundlage“, erklärte
Esmail Baghai, Sprecher des Außenministeriums in Teheran, am Mittwoch laut
dem iranischen Staatsfernsehen. Trump hatte zuvor erklärt, von der neuen
Führung in Iran um eine Einstellung der Kämpfe gebeten worden zu sein.
In einem wenige Stunden zuvor ausgestrahlten Interview hatte bereits der
iranische Außenminister Abbas Araghtschi Verhandlungen mit den USA
dementiert. Auf den von den USA vorgelegten 15-Punkte-Plan zur Beendigung
der Kämpfe habe die iranische Regierung „nichts als Antwort angeboten“,
sagte Araghtschi dem katarischen Nachrichtensender Al Jazeera. Der
Chefdiplomat forderte stattdessen ein „vollständiges Ende des Krieges“ und
Reparationszahlungen für die Kriegsschäden in Iran.
2 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Trump-Rede-zum-Irankrieg/!6167982
(DIR) [2] /Krieg-im-Libanon/!6167782
(DIR) [3] /Ministertreffen-am-Gruendonnerstag/!6167894
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Iran
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Israel
(DIR) Donald Trump
(DIR) Straße von Hormus
(DIR) Libanon-Krieg
(DIR) GNS
(DIR) Südostasien
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Südostasien und der Irankrieg: Energiepreisschock, Home Office und geschlossene Tankstellen
Für das stark von Öl- und Gasimporten, Tourismus und Arbeitsmigration
abhängige Südostasien ist der Krieg am Golf eine unerwartete Katastrophe.
(DIR) Trump-Rede zum Irankrieg: Iran soll zurück ins Steinzeitalter gebombt werden
US-Präsident Donald Trump sieht die US-Ziele im Irankrieg fast schon
erreicht. Doch nach seiner Rede voller Unklarheiten steigt der Ölpreis
wieder an.
(DIR) Ministertreffen am Gründonnerstag: Starmer ruft zum Gipfel über Straße von Hormus
35 Länder sollen auf Vorschlag Großbritanniens über Maßnahmen gegen Irans
Blockade der Straße von Hormus beraten. Auch Deutschland nimmt teil.