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1 Nicht jede Trump-Drohung führt zum sofortigen Weltuntergang
Wir sind bescheiden geworden. Sehr bescheiden. Außenminister Johann
Wadephul sprach sicher vielen aus der Seele, als er aufseufzte: „Endlich
eine frohe Botschaft auch aus der Politik!“ Was ihn so sehr erfreute, war
[1][der überraschend gnädige, vorläufige Verzicht] des US-Präsidenten auf
die Auslöschung der Zivilisation im 90-Millionen-Land Iran, die er kurz
nach Ostern angedroht hatte. Toll, oder? Ein doch nicht erfolgter
Massenmord ist heute eine frohe Kunde. Aber die Trump-Skala der vulgären
Wutbeben bleibt nach oben offen, und man weiß nie, was in einer Stunde noch
gilt.
2 Auslandsurlaub bleibt erlaubt
Die schlimmste Drohung, die in dieser Woche in Deutschland diskutiert
wurde, war die Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte von
Männern, die im wehrpflichtigen Alter sind, trotzdem verreisen wollen und
nun in leichte Panik gerieten – [2][bis dem Kriegstüchtigkeitsminister
auffiel], dass es ja derzeit gar keine Wehrpflicht gibt, also auch kein
wehrpflichtiges Alter und demzufolge doch auch keine
Auslandsreisengenehmigungsantragspflicht. Noch nicht.
3 Ein altes Schlachtross zieht in die Schlammschlacht
In den deutschen Küstenrandgebieten geht es turbulent zu. Nach einem Wolf
in Hamburg und einem Wal am Ostseestrand ist jetzt in Schleswig-Holstein
auch noch Wolfgang Kubicki aus der Versenkung aufgetaucht. Seine
Ankündigung, für den Vorsitz der längst tot geglaubten FDP (Fast Drei
Prozent) kandidieren zu wollen, empfand nicht nur seine Rivalin Agnes
Strack-Zimmermann als schlimme Drohung und bezeichnete Kubicki als „altes
Schlachtross“, das die Liberalen nicht in die Zukunft führen könne, worauf
dieses wie aus der Pistole geschossen reagierte: „Lieber ein altes
Schlachtross als ein lahmes Steckenpferd.“ Das kann [3][bis zur Wahl im
Mai] noch heiter werden.
4 Der Benzinpreis droht zu sinken
Schlechte Nachricht für Freunde der schwarzen Öko-Pädagogik: Die
blitzartige Umerziehung der fossilen Deppen durch Mondbenzinpreise könnte
scheitern, falls sich der Ölmarkt nach Trumps Kriegsrückzieher wieder
entspannt. Kleiner Trost: Ganz vielleicht sinken so auch die AfD-Prozente.
5 Adorf war kein Trump
Kann doch nicht wahr sein: Selbst bei der Nachricht vom Tod des großartigen
Schauspielers Mario Adorf drängten sich schon wieder Gedanken an Trump auf,
aber an den jungen. Denn wie hatte Adorf als schmieriger, Donald-ähnlicher
Kleberfabrikant in „Kir Royal“ gesagt und damit eine Redewendung
eingeführt: „Ich scheiß dich zu mit meinem Geld.“ Ach, wenn es Trump doch
nur dabei belassen hätte. (lkw)
11 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Lukas Wallraff
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