# taz.de -- Empowerment und Provokation: Fotze als unser Kampfbegriff
       
       > Was lange als misogyne Beleidigung galt, haben wir Frauen uns
       > zurückgeholt. Ein Tabubruch, der Mut macht: Wenn wir uns Fotzen nennen,
       > ermutigen wir uns, sind wütend und stoßen an.
       
 (IMG) Bild: Wenn dich das provoziert, haben wir erreicht, was wir wollten
       
       [1][taz lab] | Letztens sah meine Schwester mal wieder voll fotzig aus. Ja,
       ganz richtig gehört. Meine Schwester, meine beste Freundin, meine
       Mädels-Gang, sie alle können fotzig sein oder aussehen. Ihr Outfit, ihre
       Attitude, ihr Sprüchekloppen.
       
       Für alle, die es verschlafen haben: Was lange als misogyne Beleidigung
       galt, haben wir Frauen uns längst zurückgeholt. Wenn wir das Wort Fotze
       selbst benutzen, deuten wir es um. Der Begriff Fotze wird von uns sogar als
       Kompliment begriffen. Und das Beste: Wir nehmen all den Mackern, die uns
       mit diesem Wort erniedrigen wollen, ein entscheidendes Machtinstrument
       einfach weg.
       
       ## Mut zur Vulgarität
       
       Damit angefangen haben Rapperinnen wie [2][Sxtn] oder aktuell [3][Ikkimel].
       Mit ihren Raptexten sind sie vor allem eins: ungefiltert und in die Fresse.
       
       Wenn wir uns also Fotzen nennen, steckt da Empowerment drin. Wenn das
       knappe Outfit meiner Schwester fotzig ist, dann ermutige ich sie, sich
       anzuziehen, wie sie möchte. Wenn wir uns Fotzen nennen, ermutigen wir uns,
       laut und wütend zu sein. Das bewusst provozierend gewählte Wort Fotze
       vermittelt ein Gefühl. Es kann beim Gegenüber entweder Empörung oder
       Kampfgeist oder Empathie auslösen.
       
       Wenn Sie sich also über dieses für Sie obszöne Wort ärgern, dann haben wir
       erreicht, was wir wollen. Für uns ist Fotze zum Kampfbegriff geworden, zu
       einer Verpackung, in der viel mehr steckt als eine Umdeutung. Dazu zählen
       auch die Stimmung und die Vibes, die transportiert werden, wenn uns das
       Wort Fotze über die Lippen geht. Ein Tabubruch, eine Grenzüberschreitung
       und eine Kampfansage. Es macht Mut, vulgär zu sein!
       
       „Wie geht's? – Muss!“ Hier schreiben unsere taz lab-Redakteur*innen
       wöchentlich abwechselnd übers Tachelesreden.
       
       8 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /taz-lab/kongress-fuer-debatte-streit-verstaendigung/!v=2f2702df-3697-433e-9d1d-48f733c77d1c/
 (DIR) [2] https://diffus.de/p/dieser-eine-song-sxtn-fotzen-im-club/
 (DIR) [3] /TikTok-Trend/!6112328
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Wilma Johannssen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA