# taz.de -- was für eine woche: „Ein intelligenter Meeressäuger hat sich also entschieden, so zu verenden?“
Klaudia Lagozinski
Es ist eine Tragödie, die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Till
Backhaus (SPD), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern bei der
Pressekonferenz zum Buckelwal am vergangenen Mittwoch. Aha, ein
intelligenter Meeressäuger hat sich also entschieden, so zu verenden? Sich
in einem Netz zu verfangen, das Menschen ins Meer geschmissen haben? Daran
verletzt zu werden?
Man habe alles getan, um ihm eine Chance zu geben. Das wird kritisiert. Vor
allem von Robert Marc Lehmann, der bei einem früheren Rettungsversuch half,
bis er von weiteren ausgeschlossen wurde, weil er angeblich nur
Selbstdarstellung betreibe. Ja, stimmt, der Mann ist Influencer. Aber er
ist auch Biologe und Naturschützer. Seine Meinung kratzte vergangene Woche
an dem Gesicht, das von der Politik gewahrt werden wollte – aber das heißt
ja nicht, dass er in Teilen nicht Recht gehabt hätte.
Aber egal, wer Recht oder Unrecht hatte: Seit Donnerstag wird über die
Bergung des Wals nach Todeseintritt diskutiert, aber darüber, wie Rettungen
in Zukunft besser ablaufen könnten, nicht. Bis Redaktionsschluss blieb also
nur, auf ein Osterwunder zu hoffen: Dass „Timmy“ alias „Hope“ von den
Totgesagten aufersteht.
[1][gesellschaft]
4 Apr 2026
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(DIR) Klaudia Lagozinski
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