# taz.de -- WM-Quali der Basketballerinnen: Denksport unter dem Korb
       
       > Der neue Trainer der deutschen Basketballauswahl hat hohe Ansprüche. Eine
       > Medaille bei der Heim-WM hält der erfahrene WNBA-Coach für möglich.
       
 (IMG) Bild: Neuer Mann im Mittelpunkt des deutschen Frauenbasketballs: Olaf Lange während einer Auszeit
       
       Die Erleichterung war ihr anzusehen, als die Schlusssirene im Astroballe
       von Lyon ertönte. Fast ein Jahr ist es her, dass Nyara Sabally das letzte
       Mal für Deutschland auf dem Court stand. Seitdem verpasste sie aufgrund von
       Kniebeschwerden nicht nur die Heim-EM in Hamburg, sondern auch fast die
       gesamte vergangene WNBA-Saison. Umso größer war nun die Freude über ihr
       Comeback. „Es ist immer toll, mit den Mädels auf dem Feld zu stehen“, so
       Sabally. „Ich fühle mich gut. Sowohl körperlich als auch mental.“
       
       In Lyon findet derzeit das Qualifikationsturnier für die WM im September in
       Berlin statt. Fünf Spiele in sieben Tagen. Bislang konnte das Team
       souveräne Siege über Südkorea, die Philippinen und Kolumbien einfahren,
       gegen Frankreich setzte es jedoch eine deutliche Niederlage. „Auf dieses
       Level wollen wir kommen“, sagt Sabally [1][über die Olympia-Zweiten von
       Paris 2024]. „Solche Spiele sind gut, um zu lernen und sich
       weiterzuentwickeln.“
       
       Als Gastgeberinnen sind die DBB-Frauen bereits für die Heim-WM
       qualifiziert, die Tage in Lyon dienen daher einem anderen Zweck. Sie sind
       quasi eine Generalprobe. Denn in voller Teamstärke trifft man sich erst
       kurz vor Turnierbeginn im September wieder. Zudem hat sich etwas
       Wesentliches getan, seitdem das Team bei der EM 2025 einen historischen
       fünften Platz errang. Mit Olaf Lange steht ein neuer Headcoach an der
       Seitenlinie. Er übernahm im vergangenen November das Amt von Lisa
       Thomaidis, die die deutschen Basketballerinnen erstmals zu Olympia geführt
       hatte.[2][[Link auf Beitrag 7309240 (MS-ID 6041355)]]
       
       Es geht also um mehr als Sieg und Niederlage, das Team ist in Lyon, um sich
       kennenzulernen und zu finden. Bisher zeigt sich der Neu-Bundestrainer
       zufrieden. „Das Team, die Chemie und Kultur. Das ist alles super. Die
       Mädels sind voll dabei und haben Spaß, miteinander zu spielen. Was auch
       wichtig ist bei all dem Druck“, so Lange im Gespräch mit der taz. Er selbst
       lernte einen Großteil der Spielerinnen bereits in den vergangenen Monaten
       kennen. In Spanien besuchte er Frieda Bühner, in Berlin Marie Gülich,
       schaute sich Bundesliga-Spiele an, traf sich zum Kaffeetrinken oder
       Abendessen.
       
       ## Meisterliche Verbundenheit
       
       Mit Leonie Fiebich und Nyara Sabally verbindet ihn jedoch eine
       persönlichere Beziehung, denn die Drei kennen sich aus New York. Dort war
       Lange bis zur vergangenen Saison Assistenztrainer, gemeinsam holten sie
       2024 sensationell den WNBA-Titel mit dem Liberty. Wenig überraschend also,
       dass Kapitänin Fiebich es war, die Lange beim DBB ins Gespräch gebracht
       hat.
       
       Er habe sich aufgrund seiner Verpflichtungen in den USA – ab der kommenden
       Saison ist er im Trainerteam von Toronto Tempo in der WNBA tätig – das
       Jobangebot gut durch den Kopf gehen lassen müssen. Am Ende aber sei die
       Entscheidung einfach gewesen. „Ich hatte sehr viel Zuspruch von
       Spielerinnenseite, das war für mich der ausschlaggebende Faktor“, erzählt
       der 53-Jährige. „Das ist im Trainerberuf ja eher selten der Fall.“
       
       Es ist nicht Langes erste Station beim DBB. Bereits Anfang der 2000er
       coachte er als Bundestrainer die Frauen. Seit rund sechs Jahren arbeitet er
       nun in der WNBA, wo er zwei Meisterschaften mit Ehefrau Sandy Brondello als
       Headcoach gewann. Bei so viel Trainererfahrung seien seine Erwartungen an
       die Spielerinnen hoch. „Was wir taktisch machen, ist für einige, die das
       nicht gewohnt sind, schon sehr anspruchsvoll“, gibt Lange zu. „Da verlange
       ich auch, dass alle kognitiv voll mitziehen.“
       
       Der gebürtige Berliner scheint in Lyon seine Stammkräfte gefunden zu haben.
       Bislang erhielten Leonie Fiebich, Frieda Bühner und Alexis Peterson die
       meiste Spielzeit. Bei Nyara Sabally ist noch Schongang angesagt, zwei
       Spiele hintereinander seien noch nicht möglich. „Dadurch gibt es jedes Mal
       Änderungen in der Aufstellung, das verändert unsere Offensive, unsere
       Defensive“, erklärt Lange. „Für ein Team, das in solchen Situationen noch
       nicht so erfahren ist, gefällt mir der Fortschritt aber.“
       
       Denn zwar kehrten mit Sabally und Alina Hartmann zwei Leistungsträgerinnen
       in den Kader zurück, mit den WNBA-Stars Luisa Geiselsöder und [3][Satou
       Sabally] sowie Kapitänin Marie Gülich fehlen aber wichtige Spielerinnen.
       Umso stolzer sei Lange, wie sein Team in Lyon auftrete. Er ist überzeugt:
       „Wenn alle gesund sind und in Bestform spielen, können wir bei der WM um
       Medaillen mitkämpfen.“ Zunächst steht aber erst noch das letzte Quali-Spiel
       gegen Nigeria an.
       
       16 Mar 2026
       
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