# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn die Fahrstühle nach oben immer besetzt sind
Das Krankenhaus ist ein Hochhausriegel mit sehr vielen Stockwerken, und vor
den Fahrstühlen im Erdgeschoss staut sich eine kleine Menschenmenge. Türen
gehen auf und zu, kein Reinkommen. Das ist doch zu blöd! Mit dem Eis in der
Hand, eben im Kiosk gekauft. Wo ist das Treppenhaus? Ach hier ist die Tür.
1 und 2 und 3. Geht doch.
Vorhin beim Runterfahren eine Lektion: Nur die Fahrstühle auf der einen
Seite sind für Besucher*innen, die andere Seite ist fürs Personal. Da
einzusteigen bringt nichts, der Fahrstuhl macht, was er will. „Sie können
den nicht steuern“, grinste der nette Pfleger aus der Station, der vorhin
die Vase für die Blumen gebracht hatte. „Aber Sie können mit mir fahren!“
Er zog ein Gerät aus der Tasche und drückte.
Jetzt die Treppe hoch kommt schon die 4. Und 5. Und 6. Puh! Kann es sein,
dass die Luft schon dünner wird? 7. Wozu die Eile? 8. Man könnte mal auf
sein Handy schauen. 9. War da nicht eine Nachricht? 10. Langsam. 11. Ganz
langsam. 12. Oh je.
Im 13. Stock ist die Zielhöhe erreicht. Vorbei wieder an den Aufzügen, auf
der Personalseite öffnet sich einer. Heraus steigt der freundliche Pfleger
und sagt: „Sie hätten ja auch wieder mit mir fahren können.“ Daniel Wiese
28 Mar 2026
## AUTOREN
(DIR) Daniel Wiese
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