# taz.de -- Ausschreibung des Panter Preises 2026: Von dort berichten, wo keiner hinschaut
       
       > Das Motto des taz Panter Preises 2026 lautet „Unabhängig, kritisch,
       > resilient: Medien von unten“. Bewerben können sich etwa Bürgermedien,
       > Faktenchecker-Initiativen und Projekte der Medienbildung.
       
 (IMG) Bild: taz panterpreis in Chemnitz 2024: Omas gegen Rechts mit der Dresdner Banda Comunale auf der Bühne
       
       [1][taz panterstiftung] | Es ist ein Widerspruch: Lokalmedien genießen
       weiterhin ein überdurchschnittlich hohes Vertrauen bei ihren Nutzer:innen.
       Aber ökonomisch geht es vielen nicht gut – wenn sie ihr Erscheinen nicht
       sogar schon einstellen mussten. Mancherorts berichten nur noch
       Anzeigenblätter, die oft rechtsgerichteten Unternehmern gehören, darüber,
       was auf dem Land oder in einer Kleinstadt vor sich geht.
       
       Doch geht die globale Krise herkömmlicher Medien weit über das Lokale
       hinaus. Es ist häufig von „Lügenpresse“ die Rede, Journalist:innen
       werden angefeindet und es wird ihnen eine systemische Nähe zum
       „Establishment“ unterstellt, zumal wenn sie beim „ÖRR“ arbeiten.
       
       Dabei braucht die Demokratie eine Berichterstattung, die unabhängig von
       milliardenschweren Eigentümern agiert. Medien, die gut recherchiert über
       Unerhörtes berichten können. Die den Mächtigen auf die Finger schauen. Die
       Fake News ebenso entlarven wie Desinformationen menschenfeindlicher
       Ideologen.
       
       Untersuchungen aus den USA zeigen: Dort, wo es keinen Journalismus mehr
       gibt, sinkt die Wahlbeteiligung, die Menschen wählen polarisierter und sie
       sind schlechter über das informiert, was vor Ort passiert.
       
       Zu denen, deren Augenmerk vornehmlich auf dem Lokalen liegt, zählen auch
       sogenannte Bürgermedien – wie die zahlreichen Freien Radios, die es
       mittlerweile seit über 40 Jahren in Deutschland gibt. Ohnehin gehören zur
       hiesigen Medienlandschaft viele kleinere Projekte, manchmal arbeiten sie
       ehrenamtlich, oft sind sie unterfinanziert.
       
       Einige halten sich durch Spenden und Crowdfunding am Leben, andere durch
       öffentliche Gelder, auch wenn diese inzwischen oft gekürzt werden. Sie
       berichten über spezifische Themen, die in den großen etablierten Medien
       untergehen.
       
       ## Ein Preis für unabhängige Medien
       
       Wir schreiben den taz Panter Preis 2026 darum für unabhängige
       Medienprojekte aus – neben Lokal- und Bürgermedien auch für
       Faktenchecker-Initiativen, Projekte der Medienbildung an Schulen,
       Webseiten, die aus der Provinz ehrenamtlich über rechte Umtriebe berichten,
       Gefängnis- und Studierendenzeitungen sowie genossenschaftliche und
       gemeinwohlorientierte Plattformen.
       
       Es können sich sowohl Medien bewerben, die es bereits seit vielen Jahren
       gibt und die vielleicht tatsächlich noch in gedruckter Form erscheinen.
       Aber auch Formate, die im digitalen Raum entstanden sind und die
       technischen Möglichkeiten des Internets nutzen. Oder Projekte, welche an
       Schulen die im Unterricht zu kurz kommende Medienbildung von Kindern und
       Jugendlichen fördern.
       
       „Medien von unten“ sind ein integraler Bestandteil zivilgesellschaftlichen
       Engagements, ihre Arbeit ist ein Akt demokratischer Selbstermächtigung und
       der politischen Teilhabe.
       
       Wir wollen diesen Medien und ihren Macher:innen mit dem diesjährigen taz
       Panter Preis eine Bühne bieten – und oft im Hintergrund stehende
       Akteur:innen bei der Preisverleihung Mitte Oktober 2026 während der
       Hamburger Woche der Pressefreiheit ins Rampenlicht stellen.
       
       🐾 Irene Scheda von der taz-Genossenschaft und Ole Schulz von der taz
       panterstiftung organisieren gemeinsam den taz Panter Preis:
       [2][taz.de/panter]
       
       19 Mar 2026
       
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