# taz.de -- WM-Qualifikation der DFB-Kickerinnen: Debütantinnen am Ball
       
       > Mit einem 4:0 gegen Norwegen präsentiert sich die deutsche
       > Fußball-Nationalelf in Weltklasseform. Bundestrainer Wück vertraut gern
       > jüngeren Spielerinnen.
       
 (IMG) Bild: Zwischenetappe: Die DFB-Frauen feiern das 2:0 von Carlotta Wamser beim letztlichen 4:0-Sieg im norwegischen Stavanger
       
       In Reih und Glied stellten sich die [1][deutschen Fußballerinnen] in ihren
       weinroten Wärmejacken in der Lyse-Arena von Stavanger nach Schlusspfiff
       auf. Um sich bei 120 mitgereisten Anhängern aus dem „Fanclub
       Nationalmannschaft“ zu bedanken und in der Hafenstadt im Südwesten
       Norwegens gemeinsam dem Frohsinn zu frönen, nachdem bei den DFB-Frauen im
       zweiten WM-Qualifikationsspiel vieles zusammengepasst hatte. Der
       4:0-Auswärtssieg beim vermeintlich härtesten Konkurrenten erfreute auch
       Bundestrainer [2][Christian Wück]: „Das war ein perfekter Start. Wir hatten
       Phasen im Spiel, die phänomenal waren. Es ist nicht so einfach, in Norwegen
       auf Kunstrasen zu bestehen. Es ist wichtig für eine Spitzenmannschaft, dass
       sie ihre Überlegenheit immer wieder auf dem Platz zeigen kann.“ Passspiel,
       Einlaufverhalten und Timing stimmten, als würde es die ungewohnten
       Bedingungen gar nicht geben.
       
       Mit 6 Punkten und 9:0 Toren hätte die Mission auf dem Weg zur WM 2027 in
       Brasilien kaum eindrucksvoller starten können. Agiert das Team gegen
       Österreich in Köln (14. April) und Ried (18. April) so konsequent und
       variabel, dann ist die Direktqualifikation früh unter Dach und Fach.
       Zwischenzeitliche Hänger blieben am Samstagabend folgenlos, weil sich
       Torhüterin [3][Ann-Katrin Berger] mal wieder in Topform präsentierte,
       obwohl ihre NWSL-Saison mit Gotham FC als USA-Meister erst nächstes
       Wochenende beginnt.
       
       „Da müssen wir uns bei Anne bedanken, dass wir zu Null gespielt haben“,
       wusste auch Wück, weil das Führungstor durch die enorm umtriebige Elisa
       Senß (18.) anfangs trügerische Sicherheit vermittelte. „Wir haben zu null
       gespielt, da muss es einem immer gut gehen“, sagte Berger später. Ihre
       Vorderleute hätten gezeigt, „dass wir auch gegen größere Mannschaften
       richtig gut Fußball spielen können. Wir müssen einfach nur die Konstanz
       finden, das 90 Minuten lang durchzuziehen.“
       
       Dass DFB-Frauen nun wieder nach der Weltspitze streben, hat für Berger auch
       damit zu tun, „dass wir 13 Tage zusammen waren – das ist ein riesengroßer
       Unterschied.“ Für die Bundesliga sind die langen Abstellungsfristen im
       Frühjahr natürlich wenig hilfreich, aber der Nationalelf gibt es die
       Möglichkeit, mehr Inhalt gerade an nachrückenden Spielerinnen zu bringen.
       Die für die verletzte Klara Bühl eingesprungene Vivien Endemann wusste
       jedenfalls erneut ganz genau, was als Außenstürmerin zu tun ist.
       
       Wie schon bei ihrer Gala gegen Slowenien (5:0) gelangen der 24-Jährigen vom
       VfL Wolfsburg ein Tor und zwei Vorlagen. Ihr Steckpass auf Carlotta Wamser
       zum 2:0 (45.+1) und ihr Lupfer zum 3:0 (45.+4) zogen dem Gegner mit Stars
       wie [4][Ada Hegerberg], Graham Hansen und Signe Gaupset bereits zur Pause
       den Stecker. Dass Matchwinnerin Endemann auch jenen Konter handlungsschnell
       ausführte, mit dem Jule Brand auf 4:0 stellte (58.), wurde zum Sinnbild der
       deutschen Stärke. Sportdirektorin [5][Nia Künzer] merkte zurecht an: „Unser
       Manko Effizienz und Effektivität haben wir abgestellt.“ Und Wück hat also
       sogar damit recht, dass er auf die nur 1,55 Meter große Vanessa Fudalla von
       Bayer Leverkusen als beste Bundesligatorjägerin verzichtete.
       
       Nach Larissa Mühlhaus von Werder Bremen verhalf der Bundestrainer lieber
       Jella Veit von Eintracht Frankfurt zum Einstand. „Ein Traum ist in
       Erfüllung gegangen“, sagte die 20 Jahre alte Abwehrspielerin nach ihrer
       Einwechslung. Der Bundestrainer möchte seinen Pool mit Spielerinnen
       erweitern, denen er perspektivisch den internationalen Durchbruch zutraut.
       Mittlerweile ist das Dutzend an Debütantinnen unter der Regie eines
       Talentförderers voll, der längst auch die Heim-EM 2029 im Auge hat. Frank
       Hellmann
       
       8 Mar 2026
       
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