# taz.de -- boulevard des besten: FLINTA*-Streikin der taz
       
 (IMG) Bild: Foto: Sophie Kirchner
       
       Es war nicht der erwartbarste Satz: „Ich hab gemerkt, wie gern ich bei der
       taz arbeite“, sagte eine der Mitorganisator*innen des Flinta-Streiks
       bei der taz am Tag danach auf der Großen Konferenz. Der Austausch und die
       vielen Forderungen beim Streikplenum hätten durchaus auch andere Aussagen
       gerechtfertigt.
       
       Die Bewegung Enough hatte zu einem Globalen Frauenstreik am 9. März, also
       am Tag nach dem Internationalen Frauentag aufgerufen. Es ging um Zeichen
       gegen die neue Geopolitik mit ihren hypermaskulinen Rollenbildern, gegen
       das genderpolitische Rollback.
       
       In der taz machten Frauen, Lesben, Inter, Non-binäre, Trans* und Agender
       Personen (Flinta*) die Kantine im Erdgeschoss zu einem Streikposten. Für
       alle anderen bedeutete das: Flucht nach vorn, die Plätze frei lassen, wo
       die streikenden Flinta* fehlten, nicht planten, schrieben, redigierten,
       korrigierten, bebilderten oder dokumentieren.
       
       Auf der Website und im E-Paper wurden die Leser*innen mit vielen
       erkennbaren Leerstellen konfrontiert. Und auch die Kollegen im Verlag
       machten einen Tag mal alles allein. Manch eine* haderte im Nachhinein
       trotzdem mit dem Ergebnis: „Das hätte alles noch viel sichtbarer sein
       können.“
       
       Aber nach dem Streik ist vor dem Besser-machen: Auf dem Plenum ging es um
       Arbeitsbedingungen, Klima und Kultur in der taz. Geld spielte eine große
       Rolle. Die mitstreikende taz-Vorständin versicherte aber, einen Gender Pay
       Gap gebe es in der taz nicht, die Lohnspreizung sei im Vergleich mit
       anderen Häusern sehr gering. An den Tischen stellten die Anwesenden die
       bemängelte fehlende Transparenz zumindest untereinander her: Ich habe netto
       soundsoviel, ich bekomme eine Zulage. Die Konsequenz: Lasst uns eine
       Tarifkommission beantragen und dort mitmachen!
       
       Schwieriger war ist es mit dem, was auch in der taz an problematischer
       BroCulture vorkommt: Was tun gegen das mehr oder weniger gönnerhafte
       Ausspielen von angeblicher Überlegenheit? Mehr Flinta* in den Betriebsrat
       ist ein Vorschlag. Interessierte Kandidat*innen finden sich sofort.
       Und: Die Vernetzung über Verlag und Redaktion, über Hierarchien und
       Altersklassen hinweg muss unbedingt bestehen bleiben, Flinta*-Solidarität
       ist immer und überall gefragt. Und möglich. Beate Willms
       
       14 Mar 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Beate Willms
       
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