# taz.de -- taz🐾lage: „Vielleicht doch mal den Hausmeister anrufen?“
Es roch einfach nicht gut, morgens um 9 Uhr im dritten Stock des
taz-Redaktionsgebäudes. „Vielleicht ein Aschenbecher, der brennt?“,
vermutete eine Kollegin. Die Autorin dieser Zeilen, die zunächst noch ganz
angetan gewesen war („Hat jemand gelüftet? Riecht so gut nach Winterluft
und Kohlenheizung!“) wurde ebenfalls zunehmend skeptisch. Um 9.15 Uhr
tippte auch sie auf angekokelte Filterzigaretten. Ein Kollege meinte
bereits, zarte Nebelschwaden vor seinen Augen durch den Raum ziehen zu
sehen.
„Vielleicht doch mal den Hausmeister anrufen?“, fragte die Kollegin, riss
die Balkontür auf und griff zum Hörer. Der Hausmeister versprach, sich zu
kümmern. Dann wurde es Zeit für die morgendliche Redaktionskonferenz. Noch
war niemand an einer akuten Rauchvergiftung gestorben.
Im ersten Stock, wo sich morgens um 10 Uhr die Redaktion versammelt, roch
es ebenfalls nicht gut. Doch bevor man herausfinden konnte, in welchem
Stockwerk es am schlimmsten stank, warf eine Kollegin den nüchternen Satz
in die Runde: „Na, das ist doch die Küche, die grillt Merguez.“ Und
tatsächlich: Die taz-Kantine hatte Grillwürstchen auf die Speisekarte
gesetzt, deren Ausdünstungen nun durch die Lüftungsanlage durchs Haus
zogen. Die scharf gewürzten Bratwürste sollen übrigens – wenn der Geruch
auch anderes hatte vermuten lassen – ohne Plastikverpackung gegrillt worden
sein und gut geschmeckt haben.
Wie viele von ihnen noch verkauft wurden, nachdem die Belegschaft sie schon
vor dem ersten Kaffee in der Nase hatte, ist nicht bekannt. Die Autorin
dieser Zeilen hat Kartoffeln gegessen. (akl)
19 Feb 2026
## AUTOREN
(DIR) Anna Klöpper
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