# taz.de -- Schusswaffenangriff in British Columbia: Mindestens zehn Tote nach Schüssen an Schule
> An einer Schule im Westen Kanadas sind Schüsse gefallen, es gibt mehrere
> Tote und Verletzte. Das Motiv der mutmaßlichen Schützin ist noch unklar.
(IMG) Bild: Mehrere Menschen wurden bei einem Schusswaffenangriff getötet oder verletzt. Laut kanadischen Medien ist die Schützin eine Frau
ap/taz | Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule in der
westkanadischen Provinz British Columbia sind mehrere Menschen getötet
worden. Die Behörden sprachen von mindestens acht Toten, darunter die
mutmaßliche Schützin, sowie mehr als 25 Verletzten. Zwei weitere Personen
seien später tot in einem Haus aufgefunden worden. Ermittler gingen von
einer Verbindung zum Vorfall an der Schule aus.
Die Schüsse fielen am Dienstag in der Stadt Tumbler Ridge an einer
gleichnamigen weiterführenden Schule. Polizeichef Ken Floyd sagte vor
Reportern, dass die Ermittler die Schützin inzwischen identifiziert hätten.
Doch sei das Tatmotiv noch unklar. „Wir sind noch nicht in der Lage zu
verstehen, warum oder was diese Tragödie möglicherweise motiviert haben
könnte.“ Die Polizei untersuche noch, in welcher Beziehung die Opfer und
die mutmaßliche Täterin zueinander gestanden haben könnten.
In einer ersten [1][Reaktion auf die Schüsse] seien Beamte in die Schule
gelaufen, um festzustellen, von wo die Bedrohung ausgegangen sei, teilte
die Polizei mit. Bei der Durchsuchung der Räume seien die Polizisten auf
sieben Tote gestoßen. Darunter sei die mutmaßliche Schützin gewesen. Sie
sei einer vermutlich selbst zugefügten Verletzung erlegen. Ein weiteres
Opfer sei auf dem Weg in eine Klinik gestorben.
Unter mehr als 25 Verletzten seien zwei, die mit lebensbedrohlichen
Verletzungen per Hubschrauber zu einem Krankenhaus geflogen worden seien.
## Bewohner sollen ihre Häuser nicht verlassen
Tumbler Ridge ist eine kleine Ortschaft mit kaum 2.500 Einwohner:innen. Sie
wurde Anfang der 1980er für die Beschäftigten der umliegenden Kohleminen
neu angelegt. Auf der Ostseite des Gebirgszugs in der Provinz British
Columbia wird Kohle im großen Stil in Tagebauen abgebaut. Der Ort ist
geprägt durch viele einzeln stehende Häuser. Die Secondary School befindet
sich in einem schmucklosen Flachbau am Rande des Städtchens.
Die Bewohner von Tumbler Ridge wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu
verlassen. Der zuständige Schulbezirk Peace River South School District
teilte mit, dass die betroffene Tumbler Ridge Secondary School und die
Grundschule abgeriegelt worden seien und ein Protokoll zur Sicherung der
Gebäude in Kraft getreten sei.
„Wir verstehen, dass einige Leute auf der Suche nach ihren Angehörigen
sind, aber bitte, bitte kehren Sie nach Hause zurück und bleiben Sie dort,
um sich in Sicherheit zu bringen“, sagte Larry Neufeld, ein Abgeordneter im
Parlament von British Columbia, der dort Peace River South vertritt, vor
Reportern. Die betroffene Gemeinde erhalte umfangreiche Unterstützung durch
die Polizei und Rettungsdienste.
Der Regierungschef von British Columbia, David Eby, erklärte: „Unsere
Herzen sind heute Abend in Tumbler Ridge bei den Familien derer, die ihre
Lieben verloren haben.“ Die Regierung werde in den kommenden Tagen
sicherstellen, dass Mitgliedern der Gemeinde alle erdenkliche Unterstützung
zuteil werde. Alle versuchten jetzt, „mit dieser unvorstellbaren Tragödie
umzugehen“.
Kanadas Premierminister Mark Carney zeigte sich in einer Erklärung in den
sozialen Medien ebenfalls zutiefst erschüttert. „Ich schließe mich den
Kanadiern an, die heute mit jenen trauern, deren Leben unwiderruflich
verändert wurde, und danke den Ersthelfern für ihren Mut und ihre
Selbstlosigkeit, die ihr Leben riskierten, um ihre Mitbürger zu schützen“,
schrieb er.
Tumbler Ridge liegt mehr als 1.000 Kilometer nördlich von Vancouver. Auf
der Webseite der Provinzregierung wird die Tumbler Ridge Secondary School
mit 175 Schülern von der siebten bis zur zwölften Klasse aufgeführt.
Amokläufe an Schulen sind in Kanada selten.
Kanadas Regierung hat [2][nach früheren Schusswaffenvorfällen] mit vielen
Opfern mit verschärften Maßnahmen für Waffenkontrolle reagiert. Dazu gehört
die Ausweitung des Verbots aller Waffen, die als Sturmgewehre eingestuft
werden können.
Der Vorfall in Tumbler Ridge war der tödlichste [3][Amoklauf in Kanada seit
2020]. Damals tötete ein Schütze in Nova Scotia 13 Menschen und legte
Brände, die weitere neun Menschen das Leben kosteten.
11 Feb 2026
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