# taz.de -- Wie geht’s? – Muss!: „Klar, können Sie online machen“
       
       > Alles digital, alles gut? In der taz lab Kolumne #6, berichtet unser
       > Autor Joel wie sich eine Tischreservierung im Restaurant digital
       > verkomplizieren lässt.
       
 (IMG) Bild: Ganz analog vor Ort reservieren sollte eigentlich ganz einfach sein
       
       [1][taz lab] | Digital sei besser, heißt es. Und in vielen Bereichen trifft
       das auch zu. [2][Eine Studie der Initiative „Digital für alle“] zeigt
       allerdings, dass dem Thema Digitalisierung in Deutschland noch immer eine
       gewisse Ambivalenz anhaftet.
       
       Außer Frage allerdings steht, dass die Mehrheit Digitalisierung als Chance
       begreift. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass digitale Technologien
       ihr Leben leichter machen. Gleichzeitig äußerte fast die Hälfte die
       Befürchtung, nicht mit der technischen Entwicklung Schritt halten zu
       können. Mehr als ein Drittel fühlte sich von digitalen Technologien gar
       „häufig überfordert“.
       
       ## Mündliche Online-Reservierung
       
       Ganz ehrlich, ich fühle alle dieser Antworten! Einfach, weil es immer
       wieder so kleine Momente in meinem Alltag gibt, die für Irritationen
       sorgen. Neulich wollte ich einen Tisch im Restaurant reservieren. Ganz
       analog vor Ort. Reinsteppen, freundlich nachfragen, beobachten, wie das
       Personal Uhrzeit und Anzahl der Gäste notiert, und wieder gehen. Ein
       Vorgang von einer Minute. Von wegen! Erst die Abfuhr des Personals: „Klar,
       können Sie online machen.“
       
       Auf meinen verdutzen Blick folgt [3][die ultimative Demütigung]. Sichtlich
       genervt fragt mich mein Gegenüber mündlich sämtliche für die
       Onlinereservierung nötigen Daten ab und tippt sie ins Buchungssystem ein.
       Als ich den peinlichen Prozess für abgeschlossen halte, vorsichtig eine
       Bewegung Richtung Ausgang andeute, die Killerfrage: „Haben Sie die
       Bestätigungsmail bekommen?“
       
       ## Endlose, unangenehme Minuten
       
       Der [4][Internetempfang] im Restaurant ist nur so mittel. Bis ich in meiner
       Zweitmailadresse eingeloggt, den Spam-Ordner gecheckt habe und mit einem
       kleinlauten „Ja“ antworten kann, sind gefühlt fünf endlose Minuten des
       Schweigens vergangen. Unterbrochen nur von der Nachfrage, ob ich die
       Bestätigungsmail denn nun erhalten habe. Nächstes Mal reserviere ich dann
       wohl doch besser wieder online.
       
       Hier schreiben unsere taz-lab-Redakteur*innen wöchentlich übers
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       3 Mar 2026
       
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