# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn die Schlange ein Gesprächsangebot ist
       
       Berlinale heißt für die Filmprofis: Schlangestehen. Nicht vor dem Kino,
       sondern vor dem Gästecounter einer tristen Eventlocation in Berlin-Mitte.
       In den Filmbranchenempfang wollen alle unbedingt rein, ganz besonders wir
       kreativen Selbstvermarkter:innen. Für uns ist Schlangestehen keine Bürde,
       sondern Chance.
       
       Networking in der Barschlange: Ein kurzer Blick auf das Namensschild, das
       auf der Brust pappt, los geht das Speeddating samt Pitchen einer Filmidee,
       bis mein Gegenüber doch jemanden Interessanteres entdeckt – und mich stehen
       lässt.
       
       Besser läuft’s in der Schlange auf dem Frauenklo, da gibt‘s kein nervöses
       Umschauen nach wichtigeren Personen, auch ist der Harndrang wohl zu groß,
       als dass die Produzentin ausscheren könnte – wir haben ein echtes Gespräch!
       Jetzt ist sie dran. Sie geht in die Kabine – und kommt sofort wieder
       heraus. „Ich musste gar nicht“, sagt sie und lacht. „Wow“, denk ich. „Diese
       Strategie merk ich mir.“
       
       Von den Veranstaltern künftiger Berlinale-Events wünsche ich mir allerdings
       eins: Unisextoiletten. Denn auch im Filmbusiness sitzen in den
       Entscheidungspositionen halt meistens Männer.
       
       Karlotta Ehrenberg
       
       21 Feb 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Karlotta Ehrenberg
       
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