# taz.de -- Wie geht’s? – Muss!: Krämpfe, Kanzler, Kapital
       
       > In der taz-lab-Kolumne #5 berichtet unsere Autorin, wie sie sich trotz
       > Menstruationskrämpfen auf den Weg zur Arbeit macht und gleichzeitig den
       > Bundeskanzler aus ihrem Kopf verscheuchen muss.
       
 (IMG) Bild: Aber hilft die Wärmflasche auch gegen morgendliche Merzgedanken?
       
       [1][taz lab] | Ich wache davon auf, dass sich meine Gebärmutter krampfartig
       zusammenzieht. Es fühlt sich an, als würde jemand mit einem Mixer meinen
       Unterleib pürieren. Aua! Nur kurz bleibe ich liegen, verfluche meine
       [2][Endometriose] und quäle mich langsam aus dem Bett. Bloß nicht den
       Eindruck erwecken, ich wäre faul und würde nichts leisten.
       
       Zusammengekrümmt schlurfe ich in die Küche und mache mir erst mal eine
       Wärmflasche. Weil ich weiß, dass ich heute noch arbeiten muss, warte ich
       ausnahmsweise nicht, bis die Schmerzen unerträglich sind, sondern spüle die
       erste Ibuprofen 600 des Tages direkt mit meinem morgendlichen Kaffee
       runter. Man gönnt sich ja sonst nichts. Meiner Magenschleimhaut zuliebe
       würge ich noch einen trockenen Toast hinterher, obwohl mir eigentlich
       kotzübel ist.
       
       ## Menstruationsurlaub vs. Merz
       
       Während ich wie immer auf den allerletzten Drücker meine
       [3][Menstruationstasse] auskoche, überlege ich kurz, mich krank zu melden,
       und muss unweigerlich an Friedrich Merz und die deutsche Wirtschaft denken.
       Wenn nun auch noch ernsthaft jemand Menstruationsurlaub fordern würde,
       ginge es mit dem Wirtschaftsstandort Deutschland wohl endgültig den Bach
       runter. Damit ich aber nicht höchstpersönlich dafür verantwortlich bin,
       [4][verwerfe ich die Idee mit der Krankmeldung] schnell wieder. Hat es
       Fritze also doch geschafft, ärgere ich mich.
       
       Bevor meine Laune noch schlechter wird, als sie es ohnehin schon ist, setze
       ich „vor acht Uhr morgens an Merz denken“ in Gedanken auf meine
       Not-to-do-Liste. Die zeitliche Einschränkung streiche ich sofort wieder.
       Ich schaffe es, den Bundeskanzler aus meinem Kopf zu scheuchen, und widme
       mich wieder meiner Menstruationstasse, die mittlerweile desinfiziert ist.
       Auch die Schmerztablette fängt endlich an zu wirken. Seufzend stecke ich
       mir die Wärmflasche in den Hosenbund und mache mich auf den Weg zur Bahn.
       Muss ja.
       
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       17 Feb 2026
       
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