# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn die Bahn mal was zu bieten hat
       
       Dass die Strecke Berlin–Hamburg saniert wird und die Fahrt über Umwege
       knapp 3 Stunden statt 2 dauert, ist bekannt. Dass die Abteiltür unter
       Geratter sich von selbst in einem fort auf- und zuschiebt und der
       vorbeieilende Zugbegleiter das nicht abstellen kann, muss man hinnehmen.
       Bevor ich rammdösig werde, verziehe ich mich ins Bistroabteil. Dass die
       Bonus-App die Freigetränke als eingelöst anzeigt und ich den Kaffee
       bezahlen muss: geschenkt.
       
       Dass wir vor Lüneburg durch außerplanmäßige Standzeiten eine zusätzliche
       Stunde auf der Uhr haben, verstehe ich. Wir haben schließlich Winter.
       
       Und dann kommt doch noch so etwas wie Freude auf: Beim nächsten Halt auf
       freier Strecke klebt plötzlich das gesamte Abteil mit der Handykamera am
       Fenster mit direktem Blick in den Wurfkessel einer Wildschweinfamilie mit
       Frischlingen, keine 20 Meter von den Schienen entfernt. „Oh, wie süß!“,
       „Gott sei dank sind wir geschützt vor dem Keiler. Das könnte sonst
       gefährlich werden.“ Auch für die Tiere, wenn sie auf die Gleise spazieren,
       denke ich.
       
       Aber das Zugpersonal hat Oberwasser: „Sehen Sie, was die Bahn Ihnen
       bietet.“ Silke Mohr
       
       14 Feb 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Silke Mohr
       
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