# taz.de -- Witze über MAGA-Bewegung: Make Scheiße great (again)?
       
       > Ständig will jemand irgendetwas „great again“ machen, Wurst, Tütensuppe,
       > Sonntagsbraten. Das zahlt alles für Trump ein. Bleibenlassen, meint taz
       > FUTURZWEI-Chefredakteur Peter Unfried.
       
 (IMG) Bild: Die satirische Aneignung sollte man den Profis überlassen: hier Greenpeace in Brüssel
       
       [1][taz FUTURZWEI] | Beim Metzger in einer Berliner Markthalle steht: „Make
       Wurst great again.“ Irgendwo anders heißt es: „Make Sonntagsbraten great
       again“, „Make Tütensuppe great again“ und so weiter. Der Spruch,
       irgendetwas great again zu maken, soll meist witzig sein. Ich rate davon
       ab.
       
       Zwar ist US-Präsident [2][Donald Trump] nicht der Erste und Einzige, der
       den Slogan „Make America great again“ benutzt, aber er hat ihn zum
       Signature-Spruch der reaktionären und autoritären MAGA-Ideologie gemacht,
       die in vielerlei Hinsicht Zeiten und Kulturen wiederherstellen will, die
       eben nicht „great“ waren, sondern in denen wenige weiße US-amerikanische
       Männer auf Kosten aller anderen lebten.
       
       Ein besonders negativer Höhepunkt der verunglückten Übernahme war, man muss
       es leider sagen, als die zweifelsfrei liberalemanzipatorische
       Parteivorsitzende [3][Franziska Brantner] bei einem [4][Grünen-Parteitag]
       vergangenes Jahr „Make Green great again“ in die Halle rief.
       
       Da schauderte es einen, weil der MAGA-Claim halt immer mitschwingt.
       Außerdem: Als ob die Grünen in der Vergangenheit so supergreat gewesen
       wären und es nun nicht mehr seien. Richtig ist, dass sie, die wenigen
       Regierungsphasen ausgenommen, meist nur in der Opposition rumschimpften.
       Wenn das „great“ war, dann weiß ich auch nicht.
       
       Es gibt auf den ersten Blick okaye Variationen, etwa „Make Our Planet great
       again“ von [5][Emmanuel Macron] in Reaktion auf Trumps Austritt aus dem
       [6][Pariser Klimaabkommen] oder „Make America think again“ von
       Trump-Gegnern.
       
       Manche denken auch, man könne Trump mit einer Verballhornung ironisch
       kritisieren. Aber auch die bestgemeinte Variante ist gleichzeitig eine
       Hommage und Affirmation des stumpfen MAGA-Slogans, der für ein Denken
       steht, in dem eben nicht „gemacht“ wird, sondern harte Fortschrittsarbeit
       in der richtigen Welt durch bequem-reaktionäre Gefühle ersetzt werden.
       
       Ich fürchte: Wann immer jemand den Spruch variiert, gewinnt Trump. Alles,
       was man damit leisten kann, ist Scheiße great zu machen.
       
       🐾 Lesen Sie weiter: Dieser Text erschien zuerst in der Ausgabe N°35 unseres
       Magazins taz FUTURZWEI mit dem Titelthema „Das Wohnzimmer der Gesellschaft“
       – [7][erhältlich im taz Shop].
       
       27 Jan 2026
       
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