# taz.de -- taz🐾lage: Grönland, vom Schreibtisch aus gesehen
Anruf aus der Auslandsredaktion: Die Kollegin fragt, ob ich eventuell
bereit wäre, nach Grönland zu reisen: Donald Trump, der ganze
Politthriller, der sich dort abspielt? Unter normalen Umständen würde ich
sofort anfangen zu packen.
Unter normalen Umständen. Nur: Ich habe jetzt Fredriksson. Das ist mein
Hund, seit drei Tagen. Das wusste in der taz bis zu der Grönland-Anfrage
noch niemand. Es war eine ungewöhnlich spontane Entscheidung, also:
Überraschung! Leider kann ich doch aber Fredriksson nicht jetzt schon bei
den Nachbarn abgeben und als Reporterin durch die Weltgeschichte fliegen,
das versteht ihr doch sicher?
Die Kollegin trägt es mit Fassung und lässt sich Fotos vom Hund schicken.
Ich trauere wiederum nur sehr kurz über die verpasste
Reportage-Gelegenheit: Muss ich Grönland nun halt weiter, wie es im Jargon
heißt, „vom Schreibtisch aus beobachten“.
Das hatte ich mir konkret so vorgestellt: Nach einem Spaziergang im Schnee
sitze ich total frisch und wach um 8 Uhr am Schreibtisch. Leider muss ich
erfahren: Fredriksson ist ein Langschläfer, kein natürlicher Wecker. Ich
muss auch erfahren: Der Hund weiß nicht von alleine, dass Ladekabel kein
Spielzeug sind. Er zerbeißt es kurz vor einer Trump-Pressekonferenz in
Washington. Die taz-EDV hilft heldenhaft aus dem fernen Berlin – meinem
Ersatzrechner fehlen nämlich anderthalb Jahre Updates.
Und dann kann ich doch noch in Ruhe Trump zuhören. Fredriksson kaut derweil
unterm Schreibtisch friedlich und total legitim auf seinem
Spielzeugmaulwurf herum. Grönland, ich komme, nur nicht jetzt. Anne
Diekhoff,
Nordeuropakorrespondentin
27 Jan 2026
## AUTOREN
(DIR) Anne Diekhoff
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