# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn der Schnee für tolles Tempo sorgt
       
       Es hat geschneit in Bremen. Das bedeutet: Ausnahmezustand, Chaos auf dem
       Arbeitsweg, verspätete Züge. Und: den Schlitten auf dem Dachboden suchen.
       
       Nur wo fährt man Schlitten in einer Stadt, in der der höchste Berg der 40
       Meter hohe Müllberg ist? Na, am Werdersee natürlich! Hier kann man gute
       fünf Meter relativ steil den Deich runterrodeln, bis man vor dem nur halb
       zugefrorenen See eine Vollbremsung einlegen muss. Der Abhang ist voller
       kreischender Kinder und gestresster Eltern. Die, die auf die Schnelle
       keinen Schlitten finden konnten, nehmen Plastiktüten, Jacken, versuchen auf
       ihrem Po zu rutschen.
       
       Ein Junge, um die zehn Jahre alt, ist besonders mutig: Er nimmt das Deck
       eines Skateboards und stürzt sich bauchwärts den Hang herunter. Er rast auf
       das dünne Eis zu, ein Kleinkind wird noch schnell aus der Bahn gezogen, er
       wird schneller, immer schneller, und die Erwachsenen um ihn werden panisch,
       immer panischer. In letzter Sekunde rollt er sich vom Skateboard und landet
       im gefrorenen Schilf. Er bleibt zwei Sekunden liegen, rappelt sich auf,
       blickt grinsend in die geschockten Gesichter um sich herum: „Ich hab
       überlebt!“ Amanda Böhm
       
       17 Jan 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Amanda Böhm
       
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