# taz.de -- Serie „The Copenhagen Test“: Totale Überwachung
       
       > „The Copenhagen Test“ lotet die Möglichkeiten der Überwachung aus und
       > erzählt in einer stylischen Science-Fiction-Story, was morgen sein
       > könnte.
       
 (IMG) Bild: Simu Liu als Alexander Hale in „The Copenhagen Test“
       
       Wäre es möglich, per Überwachungskamera durch die Augen eines Menschen zu
       sehen und mit seinen Ohren zu hören? Natürlich geht das nicht, aber in der
       in naher Zukunft angesiedelten Agenten-Serie „The Copenhagen Test“,
       passiert genau das.
       
       Mittels Naniten-Technologie, also miniaturisierter Roboter, wird das Gehirn
       des Agenten Alexander Hale (Simu Liu) angezapft, der fortan per W-Lan wie
       eine mobile Kamera von einem feindlichen Geheimdienst genutzt wird. Das ist
       deshalb so brisant, weil Alexander Hale bei einer fiktiven Organisation
       namens „Orphanage“ arbeitet, deren Aufgabe es ist, andere [1][amerikanische
       Geheimdienste] von NSA bis CIA zu infiltrieren und zu überwachen, weshalb
       er mit besonders sensiblem Datenmaterial zu tun hat.
       
       Unter anderem geht es um die Beeinflussung einer Wahl in Osteuropa oder
       Agenten-Netzwerke in Asien, die für die USA arbeiten. Aber der Brain-Hack
       wird entdeckt und gegen die feindliche Macht eingesetzt, die Alexander Hale
       aber nur fast lückenlos überwacht. Denn sobald sich Hale in einem
       W-Lan-freien Raum befindet, überträgt er keine Daten mehr, was sich seine
       Arbeitgeber zunutze machen. Die Jagd auf den Geheimdienst, der durch
       Alexander Hale spioniert, beginnt.
       
       „The Copenhagen Test“ ist ein ungemein stylisch inszenierter
       Agenten-Thriller mit gigantischen unterirdischen Bürokomplexen, perfekt
       ausgeleuchteten Settings, jeder Menge Hightech-Überwachungssystemen und,
       wie im amerikanischen Filmbetrieb üblich, übertrieben attraktiven Menschen.
       Die überwachen sich alle gegenseitig, spionieren politische Gegner und
       befreundete Dienste aus und meist weiß ein Agent gar nicht, was die
       Kollegin macht, die neben ihm sitzt. Das [2][wirkt geradezu kafkaesk], was
       dem spannungsgeladenen Achtteiler eine ganz eigene Note verleiht.
       
       ## Ein doppelter Boden
       
       Dramaturgisch kann das aber keineswegs immer überzeugen. Die Serie zeigt
       zumindest, wie weit entwickelt das Netz von Überwachungskameras im
       öffentlichen Raum ist, ganz ähnlich wie das [3][1998 der Thriller]
       „Staatsfeind Nr. 1“ mit Will Smith und Gene Hackman tat. „The Copenhagen
       Test“ ist diesbezüglich fast wie ein Update. Mittels Überwachungskameras,
       Satelliten und digitaler Infrastruktur kann der Geheimdienst hier jeden
       Schritt seines Agenten im Kontrollzentrum miterleben.
       
       Aber nichts ist in dieser Serie voll überraschender Wendungen so, wie es im
       ersten Moment scheint. Alles hat einen doppelten Boden, wodurch „The
       Copenhagen Test“ zu einem komplexen Verwirrspiel wird. Für die Zuschauer
       gilt es aufzupassen. Einige Schlüsselszenen werden mehrfach aus
       verschiedenen Perspektiven erzählt, inklusive wilder Zeitsprünge.
       
       Der Achtteiler funktioniert fast wie ein Rätsel. Ist die junge Michelle
       (Melissa Barrera), die Alexander kennenlernt, Teil eines von seinem
       Arbeitgeber inszenierten Lebens, das er führt, um den anderen Geheimdienst
       in die Irre zu führen? Oder arbeitet sie gegen ihn? In W-Lan-freien Zonen
       in der U-Bahn und in abhörsicheren Büros wird dann immer wieder klar, was
       eigentlich gespielt und was inszeniert ist. Nur um diese vermeintliche
       Sicherheit kurz danach wieder infrage zu stellen. Mit fortlaufender
       Handlung nimmt aber leider der erst sparsam eingesetzte Action-Faktor zu,
       was die Story in der Auflösung doch vorhersehbar macht.
       
       1 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /CIA-in-Venezuela/!6115967
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 (DIR) [3] https://www.imdb.com/de/title/tt0120660/
       
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