# taz.de -- das medienhaus an der friedrichstraße: Kein Schnee von gestern
       
       > Die taz Panter Stiftung wird volljährig – in einer Zeit, in der Räume für
       > kritischen Journalismus enger werden. Dem setzt sie entgegen, die
       > richtigen Leute noch nachhaltiger und lokaler zu vernetzen
       
 (IMG) Bild: Teilnehmer*innen eines Workshops für Nachwuchsjournalismus der taz Panter Stiftung Anfang 2025 zur Bundestagswahl
       
       Von Gemma Teres Arilla
       
       Im Jahr 2026 wird die taz Panter Stiftung 18 Jahre alt – volljährig in
       einer Zeit, in der Öffentlichkeit zunehmend eingeschränkt und angegriffen
       wird. Erwachsen zu werden heißt heute vor allem, sich nicht auf Einzelne zu
       verlassen, sondern aufeinander.
       
       Deshalb entsteht 2026 das Panter Network. Erstmals werden ehemalige
       Stipendiat*innen und Workshopteilnehmer*innen der Stiftung
       systematisch miteinander vernetzt – Journalist*innen aus
       unterschiedlichen Ländern, Generationen und Arbeitsrealitäten. Nicht als
       loses Adressbuch, sondern als tragfähiges Netzwerk, das Kooperation
       ermöglicht, Wissen teilt und Verbindungen zu Redaktionen, Universitäten,
       NGOs und zivilgesellschaftlichen Initiativen schafft. Der Start ist für
       Mitte April geplant.
       
       Die Notwendigkeit ist klar: Redaktionen sparen, freie Journalist*innen
       kämpfen ums Überleben, internationale Berichterstattung mit lokalen
       Experten wird seltener. Kritischer Journalismus ist allein kaum noch
       möglich. Kooperation ist keine idealistische Option, sondern eine
       Überlebensstrategie. Gemeinsam entstehen mehr Perspektiven, mehr Reichweite
       und mehr Schutz.
       
       Das Netzwerk der taz Panter Stiftung speist sich unter anderem aus
       Projekten mit Journalist*innen in Krieg, Exil und Neubeginn. 2026 wird
       erneut das sechsmonatige Stipendium Rest & Resilience für
       Journalist*innen aus Krisen- und Kriegsgebieten sowie das
       Daniel-Haufler-Stipendium für deutschsprachige Recherchen in den USA
       vergeben. Eine neue Ausschreibung für das 18-monatige taz Panter
       Volontariat zur Förderung von Diversität in den deutschen Redaktionen folgt
       in Kürze.
       
       Internationale Projekte bleiben ein Schwerpunkt: Das zweijährige MENA Green
       Panter Projekt mit 25 Klimajournalistinnen aus der arabischen Welt endet
       2026 mit einer Präsenzwoche hier in Berlin. In Syrien arbeitet die Stiftung
       weiter mit 17 Journalistinnen zu Frieden, Wiederaufbau und Pressefreiheit.
       Auch ukrainische Journalist*innen werden im Kontext von Wiederaufbau
       und Resilienz unterstützt.
       
       Nach Treffen in Berlin und Riga 2025 sind auch 2026 wieder weitere
       Zusammenkünfte mit Exiljournalist*innen in Berlin und Amsterdam
       geplant. Im Fokus stehen Vernetzung, Lobbyarbeit sowie die konkrete
       Vermittlung an Redaktionen – für Journalist*innen, die autoritäre Länder
       wie Belarus, Russland, Aserbaidschan oder (inzwischen auch) Georgien
       verlassen mussten.
       
       Gleichzeitig wird auch in Deutschland Öffentlichkeit enger:
       Lokaljournalismus bricht weg, Debatten verhärten sich. Deshalb startet die
       taz Panter Stiftung ein bundesweites Projekt mit
       Nachwuchsjournalist*innen im lokalen Bereich, um Vertrauen in Medien
       vor Ort zu stärken und neue Formate gegen Nachrichtenmüdigkeit zu
       entwickeln. Leitend bleibt Solidarität statt Zynismus.
       
       Die taz Panter Preisverleihung im Herbst 2026 (voraussichtlich in Hamburg)
       zum Thema „Medien von unten“ wird unterstreichen, dass kritischer
       Journalismus wirkt und öffentlich verteidigt werden muss.
       
       Für taz-Leser*innen heißt das: Viele Texte, Podcasts und Stimmen im Jahr
       2026 werden aus Projekten der taz Panter Stiftung entstehen. Neben festen
       Stiftungsformaten auf taz.de ([1][Podcasts Freie Rede] und
       [2][Mauerecho], [3][Kolumne Krieg und Frieden], [4][Meduza-Auswahl])
       schreiben zahlreiche Autor*innen aus dem Panter Network regelmäßig für
       die taz und andere deutsche Redaktionen. Öffentlichkeit ist nichts
       Abstraktes – sie entsteht dort, wo Menschen sich zusammentun.
       
       Vielleicht liegt darin die leise Hoffnung dieses Jahres: nicht allein zu
       kämpfen, sondern gemeinsam öffentlich zu bleiben.
       
       Da die taz Panter Stiftung maßgeblich durch private Spenden finanziert
       wird, bleibt sie auf Ihre und eure engagierte Unterstützung angewiesen.
       Vielen Dank für Ihr und euer Vertrauen all diese Jahre. Spenden können Sie,
       kannst du hier: [5][taz.de/spenden]
       
       10 Jan 2026
       
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       ## AUTOREN
       
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