# taz.de -- herzensort: Im Anfangsteckt ein Zauber
       
       Neuanfänge sind etwas Feines. Sie stecken voller Potenzial und ungetrübter
       Hoffnung. Genau das ist das Gefühl, wenn ich zu Beginn eines neuen Jahres
       einen frischen Taschenkalender aufschlage – ja, ganz analog. Die Seiten
       sind noch unbeschmutzt. Noch keine eingetragenen Termine. Noch keine eilig
       notierten Halbsätze, keine vergessenen Geburtstage, keine To-do-Listen.
       Noch ist alles möglich.
       
       Entsprechend zelebriere ich es, wenn ich mir im Januar einen
       Taschenkalender aussuche. Das Schreibwarengeschäft meines Vertrauens
       befindet sich in meiner Heimatstadt – eigentümergeführt. Hier bekam ich als
       Erstklässlerin mein erstes Mäppchen. Schreibhefte. Später einen Füller. So
       etwas ist prägend. Auch, wenn ich jetzt woanders wohne – zumindest den
       Kalender erstehe ich traditionell hier.
       
       Ich betrete den Laden. Der vertraute Geruch aus Teppichboden und Bürobedarf
       kommt mir entgegen. „Habt ihr noch welche?“, frage ich Herrn Faber. Der
       nickt, natürlich. Zielstrebig steuere ich das Regal mit den Kalendern an.
       Mit dem Finger fahre ich über die Büchlein. Welcher wird mein Begleiter für
       dieses Jahr?
       
       Clara Dünkler
       
       27 Dec 2025
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Clara Dünkler
       
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