# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn man auf Reisen plötzlich Heimat findet
Kürzlich war ich erstmals in Regensburg, eine Freundin hatte das als
besonders schöne Stadt empfohlen. Ich war nicht ganz so begeistert – ja,
schön war's schon, aber von der Atmosphäre her doch auch ganz schön eng und
konservativ. Ich tu mich etwas schwer mit Bayern, das für mich immer ein
bisschen zu sehr mit Volksmusik, zu viel Schweinefleisch und sonstigem
Heimatgedöns verbunden war (siehe [1][Seite 47]).
Erst ein kluger bayerischer Freund hat das Eis ein bisschen gebrochen,
weshalb ich gern bereit war, in Regensburg ins Museum der Bayerischen
Geschichte zu gehen. Da war es wirklich schön, mein syrischer Freund konnte
eine opulente bayerische Königskrone aufsetzen, die ihm erstaunlich gut
stand. Und ich konnte an einer digitalen Station ausprobieren, welche
Herkunft mein Dialekt verrät.
Das war ein Hammer: Denn es kam dabei Wildeshausen heraus. Aus dem kleinen
Ort in der Nähe von Oldenburg stammt meine Großmutter, meine Mutter hat
ihre Kindheit im Krieg dort verbracht. Ja Jesusmariaundjosef, wie meine
andere Oma – die aus Schlesien – gesagt hätte: Diese Bayern, die haben es
wirklich drauf. Alke Wierth
27 Dec 2025
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