# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn es guten Kaffee und Kultur im Kaff gibt
Das Fichtelgebirge liegt gut versteckt im „Vierländereck“ im Nordosten
Bayerns: Die tschechische Grenze liegt näher als die zu Thüringen und
Sachsen und die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet sich als
Abenteuer, dem Bezwingen des Felsenlabyrinths in Wunsiedel ebenbürtig.
Doch so hinterwäldlerisch wie gedacht, geht es gar nicht zu. In
Schwarzenbach an der Saale befindet sich das Erika-Fuchs-Haus. Das entpuppt
sich als tolles Museum für Comic und Sprachkunst, benannt nach der
stilprägenden Übersetzerin der Donald-Duck-Comics, die 1933 nach Stationen
in München, Lausanne und London der Liebe wegen in dem Kaff gelandet war.
Das räumt noch ein weiteres Vorurteil ab. Denn ein paar Straßen weiter, im
liebevoll eingerichteten Café Polka, wird der Espresso wie in der Großstadt
mit Siebträgermaschine gebraut, es gibt Hafermilch und veganen Kuchen.
Betrieben wird es von einem jungen Paar, dem die Münchner Immobilienpreise
zu hoch waren. Das Café ist ihnen Herzensangelegenheit, Geld verdienen sie
mit anderem. Ihr Chef räkelt sich auf der grünsamtenen Sitzbank: Rudi, ein
Rassekater mit illustrer Vergangenheit: Der polnische Zoll hatte ihn
beschlagnahmt. Eiken Bruhn
15 Nov 2025
## AUTOREN
(DIR) Eiken Bruhn
## ARTIKEL ZUM THEMA