# taz.de -- Neues vom Aquarium-Hotel
> „Ocean Berlin“, früher „Coral World“, wächst – Kritiker*innen
> mobilisieren zur Demo an der Baustelle
Von Peter Nowak
Die Gegend um die Rummelsburger Bucht in Friedrichshain ist mittlerweile
vollständig bebaut. Neben Büros und Hotels gibt es auch einige Wohnhäuser
im Besitz der Howoge. Direkt daneben befindet sich die letzte Großbaustelle
auf dem Areal. Dort soll im nächsten Jahr das Projekt „Ocean Berlin“ –
früher allgemein bekannt als „Coral World“ – eröffnet werden, über das seit
Jahren gestritten wird. Kritiker*innen wollen nun eine
Baustellenbegehung in zwei Wochen nutzen, um den Protest neu anzufachen.
Auf ihrer [1][Homepage] stellen die Investoren Ocean Berlin als
Großaquarium vor, das „kostenfreie“ Bildungsprogramme über das Leben und
die Naturgesetze in den Ozeanen „für alle Altersgruppen“ anbieten will. Für
die zahlreichen Kritiker*innen ist das Projekt allerdings nur ein
„Hotel mit 145 Betten mit angegliederten Großaquarium“, wie es Michael
Efler, Sprecher der Linksfraktion für Stadtentwicklung, gegenüber der taz
formuliert.
## Anwohner vertrieben
Auch der Grünen-Abgeordnete Julian Schwarze lehnt das Projekt ab. „Niemand
braucht an dieser Stelle ein weiteres Riesenhotel mit einem überteuerten
Aquarium für Tourist*innen. Berlin könnte das Grundstück in bester Lage
selbst gebrauchen für dringend benötigte bezahlbare Wohnungen und als
Flächen für Sport, Erholung und Kultur“, sagt er.
Diese Kritik teilen auch Mieter*inneninitiativen, die sich seit Jahren
gegen die Gentrifizierung der Rummelsburger Bucht engagieren. „Innerhalb
weniger Jahre wurden hier arme Menschen vertrieben“, sagt Carsten Fuchs vom
Bündnis Berlin gegen Gentrifizierung. Er erinnert an die Proteste gegen die
Räumung eines Obdachlosencamps an der Bucht im Februar 2021, die
Vertreibung eines Wagenplatzes und den Abriss von günstigen Wohnraum in der
Hauptstraße 1–5.
Das Ozean-Hotel ist für das Mieter*innenbündnis ein weiteres Symbol
für die Gentrifizierung ihres Kiezes. Daher rufen sie am Eingang der
Großbaustelle, An der Mole 1, am 15. November ab 12.30 Uhr zu einer
Protestkundgebung auf. An diesen Tag laden die Investor*innen von Ocean
Berlin zu einer Baustellenbesichtigung.
„Wir wollen den Besucher*innen zeigen, dass wir das Projekt wie die
gesamte Gentrifizierung der Rummelsburger Bucht ablehnen“, sagt Fuchs. An
der Kundgebung wollen auch Tierrechtler*innen teilnehmen.
Sie sehen in Großprojekten wie diesem einen Beitrag zur Zerstörung der
Meere und Korallenriffe und monieren, dass sie die Klimakrise verschärfen.
30 Oct 2025
## LINKS
(DIR) [1] http://www.oceanberlin.com/meerwissen
## AUTOREN
(DIR) Peter Nowak
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